Leave no one behind?! CPH-Veranstaltung zur Situation auf Lesbos

Franziska Grillmeier am 21.12., 19 Uhr, live aus Lesbos zur aktuellen Lage

Die freie Journalistin Franziska Grillmeier lebt seit 2018 auf Lesbos und informiert regelmäßig über die Zustände in Moria und dem neuen Lager Kara Tepe. Am 21.12. berichtet sie in einer eranstaltung der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) live über die aktuelle Lage in den Camps für Geflüchtete auf Lesbos. Die Veranstaltung findet online statt, eine Anmeldung per E-Mail ist erforderlich.
„Die Situation in den Lagern auf den Ägäischen Inseln ist kein politisches Versagen, es ist politische Kalkulation. Es fehlt nicht an Geld oder Personal, die Situation zu ändern, es fehlt an dem politischen Willen, geflohene Menschen in Europa aufzunehmen. Die Fluchtkrise wird in Europa als Krise der Europäer bewertet, doch nicht als Krise für Jene, die fliehen.“
Franziska Grillmeier
Die Journalistin Franziska Grillmeier lebt seit 2018 auf Lesbos. Sie hat die Evolution der Lager auf Lesbos beobachtet und konnte den Lebensweg vieler Menschen auf der Fluchtinsel über einen langen Zeitraum verfolgen. Auf Twitter, Instagram und in zahlreichen Interviews berichtet sie über die Zustände, unter denen geflüchtete Menschen auf Lesbos leben müssen. Am Montag, 21. Dezember, von 19 bis 21 Uhr, spricht sie live über die aktuelle Lage der Geflüchteten auf Lesbos, deren Situation sich durch den Winter und die Bedrohung durch Corona gerade noch verschärft. An diesem Abend werden auch Stimmen aus dem Camp zu Wort kommen. Außerdem soll diskutiert werden, welche politischen Maßnahmen jetzt umgesetzt werden müssen. Die Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) blickt mit dieser Veranstaltung in Kooperation mit dem Bayerischen Flüchtlingsrat bewusst kurz vor Jahresschluss nach Moria und ruft die Aufforderung „Leave no one behind“ („Lasst niemanden zurück!“) zurück ins kollektive Gedächtnis.
Moria, Sinnbild des Scheiterns
Moria ist zu einem Sinnbild für das Scheitern der EU-Flüchtlingspolitik geworden: Im Jahr 2014 als Durchgangslager für 700 Personen angelegt, war es im Juli 2020 mit fast 20.000 Bewohnern zur zweitgrößten Stadt der Insel Lesbos angewachsen. Immer wieder gab es dort Brände. Ein Großbrand im September 2020 vernichtete schließlich fast die gesamte Infrastruktur des Lagers. Im daraufhin neu errichteten Lager Kara Tepe (Moria 2) scheint die Situation nicht besser zu sein:
„Die Menschen haben seit dem Feuer noch nicht heiß geduscht (...) Wir können uns darauf einstellen, dass der Winter sehr hart wird für die 7.200 Menschen, die noch im Camp leben.“ Franziska Grillmeier am 27. November 2020 in einem Interview mit Deutschlandfunk Nova
Außerdem gebe es kaum eine Möglichkeit, sich warmzuhalten. Da die neue Zeltstadt in einer Windschneise direkt am Meer gebaut wurde, fänden viele Menschen wegen des starken Winds nachts keinen Schlaf und immer wieder würden Toilettenhäuschen umgeweht. Die Corona-Pandemie hat die menschenunwürdige Situation noch massiv verschärft.
Programmablauf von 19 – 21 Uhr
- Begrüßung durch Martin Stammler und Marica Münch, Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus
- Grußwort des Bayerischen Flüchtlingsrats, Johanna Böhm, Sozialarbeiterin und Mitarbeiterin beim Bayerischen Flüchtlingsrat
- Input Franziska Grillmeier über die Lage auf Lesbos
- Podiumsgespräch mit Franziska Grillmeier und Johanna Böhm über die aktuelle Situation, die Forderungen von Betroffenen, die Europapolitik und die Situation in Deutschland.
Leitung
Marica Münch und Martin Stammler
Zur Person: Franziska Grillmeier
Franziska Grillmeier, 1991 in München geboren, studierte Politik, Konfliktstudien und internationales Recht in Wien und London. Sie absolvierte die ZeitenspiegelReportageschule und ist für ihre Geschichten heute von Deutschland bis in den Nahen Osten unterwegs. Sie lebt als freie Journalistin auf der Insel Lesbos in Griechenland und berichtet dort unter anderem für die taz über die Lage vor Ort. Ihre Artikel wurden u.a. im Spiegel, der Zeit, der Süddeutschen Zeitung, dem Guardian, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Schweizer Republik veröffentlicht. Auf Twitter und Instagram postet sie regelmäßig Neues aus Lesbos: @f_grillmeier (Twitter), @franziskagrillmeier (Instagram)
Frau Grillmeier steht im Vorfeld der Veranstaltung und danach gerne für weitergehende Interviews zur Verfügung. Ihre Kontaktdaten vermittelt das CPH.
Achtung: Anmeldung erforderlich
Da der Termin nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden kann, wird die Veranstaltung als Online-Event durchgeführt. Wer teilnehmen möchte, muss sich bis spätestens 21.12. um 12 Uhr mit seiner E-Mail-Adresse anmelden unter: akademie@cph-nuernberg.de. Der Zugangscode für die Zoom-Sitzung wird dann zugemailt.


