Zwei Firmgottesdienste mit Weihbischof Herwig Gössl in Naila

Die Festgottesdienste, die der hohe Gast aus Bamberg zusammen mit Dekan Andreas Seliger und Diakon Richard Sellmeyer zelebrierte, wurden von einem kleinen Singkreis, den Pastoralreferent i.R. Herbert Punzelt auf der Orgel begleitete, feierlich umrahmt. Weihbischof Herwig Gössl bezog sich in seiner engagierten, jugendgerechten Ansprache auf das Symbol des Heiligen Geistes, nämlich auf die Taube.
Wie ist der Heilige Geist? Wie wirkt er sich aus? Wie kann man sich ihn vorstellen? Fragen, die der Bischof eingangs den Firmbewerbern stellte. Es hat den Heiligen Geist ja noch niemand gesehen. Die Heilige Schrift stellt uns dafür das Symbol der Taube vor Augen. Alle vier Evangelien verweisen auf die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer am Fluss Jordan und Lukas sagt: „und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube“. Weil der Heilige Geist genau das ist – Geist – ist er nicht für uns sichtbar. Bei diesem Ereignis nahm der Heilige Geist jedoch eine sichtbare Form an und konnte zweifellos von Leuten gesehen werden. Die Taube sei ein Zeichen für Reinheit und Schadlosigkeit und die Gestalt der Taube bei der Taufe Jesu machte deutlich, dass der Geist, der auf Jesus herabkam, heilig und unschuldig war. Was sagt dieses Symbol der Taube noch über den Heiligen Geist aus, fragte der Bischof weiter. Tauben seien zunächst einmal Friedenszeichen. Eine Taube sei kein Raubvogel, sie ist nicht aggressiv, sondern ein friedliches Tier und nicht gefährlich. Das heiße aber nicht, dass Tauben keinen eigenen Sinn hätten, sie können sogar sehr zielstrebig und beharrlich sein, wenn sie etwas erreichen wollen, zum Beispiel ein Loch in ein Absperrnetz zu hacken. Auch das Wesen des Heiligen Geistes sei friedlich, sanft, fast unauffällig, was aber auch nicht bedeutet, dass der Heilige Geist einfach und harmlos wäre. Nein, es sei Gottes Geist, sagte der Weihbischof und dieser habe einen unendlich langen Atem. Einen solchem brauche er auch, um friedlich und versöhnlich zu sein. Der Heilige Geist lässt sich nicht unterkriegen, wenn es darum gehe, dass Menschen sich einsetzen für mehr Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden. Wie die Taube, so ist auch der Heilige Geist nirgends fest zu Hause. Er sei unterwegs zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Menschen. Er schaffe Verbindungen, halte Spannungen aus und helfe vermitteln. Der Heilige Geist baue unsere Kirche auf aus ganz unterschiedlichen Menschen, die vielleicht auch ganz unterschiedlich denken zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten, die aber trotzdem zusammen gehören. „Durch das Sakrament der Firmung wird Euch Gottes Geist geschenkt,“ legte der Bischof den Firmlingen ans Herz. „Und er wird Euch nie verlassen!“. Nach der Erneuerung des Taufversprechens und des gemeinsamen Glaubensbekenntnisses war es soweit. Weihbischof Herwig Gössl spendete den Firmbewerbern das heilige Sakrament der Firmung mit den Worten: „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Dadurch wurden die jungen Menschen zu mündigen Christen mit allen Rechten und Pflichten. Am Schluss bedankte sich eine Firmlingssprecherin beim Bischof für die Spendung dieses heiligen Sakramentes und überreichten ihm einen Präsentkorb mit regionalen Spezialitäten. Am Kirchenvorplatz gab es noch Gelegenheit zu einer persönlich Begegnung mit Weihbischof Herwig Gössl.