Unermüdlich und warmherzig im Dienst der Menschen

Hofer Land - Naila: Wer Bernhard Kuhn kennt, weiß: der gebürtige Oberfranke mit dem freundlichen Lächeln ist eigentlich immer im Dienst.
Kein kirchliches Ereignis, bei dem er nicht als Chronist und Berichterstatter dabei ist, um auf diese Weise die gute Nachricht zu allen Menschen zu bringen. Die zahllosen, immer warmherzigen Berichte, die der liebe Bernhard, wie die meisten ihn nennen, immer wieder verfasst, sind im Laufe der Jahre zu einer eigenen Kirchengeschichte der Katholiken in Oberfranken geworden. Egal ob Pontifikalamt, Fastenpredigt, Gemeindeabend oder Konzert, immer ist Bernhard Kuhn mit wachen Ohren und offenem Herzen mit dabei und lässt durch seine farbenreichen Beschreibungen der vielen katholischen Events diejenigen, die nicht dabei sein konnten, im Nachhinein teilhaben und hilft dabei, dass das, was die Christen hierzulande alles tun und was ihren Glauben ausmacht, im Gedächtnis der Menschen verankert wird. Lange Jahre war Bernhard als Pfarrsekretär und Mesner in Schwarzenbach am Wald das Herz und die Seele „seiner“ Gemeinde. Egal, was zu tun war, Bernhard war keine Aufgabe zu schwer. Als es beispielsweise klar war, dass es in seiner Gemeinde niemanden gab, der in der Osternacht das große Auferstehungslob, das Exultet, singen würde, machte er sich auf den Weg zum Dekanatskantor und nahm Woche für Woche so lange Gesangsstunden, bis er diesen langen und anspruchsvollen liturgischen Sologesang vortragen konnte. Wer sich mit der Materie nicht auskennt, kann kaum ermessen, was für eine enorme Leistung das ist. Aber ein Vergleich kann erklären, welche Bedeutung das, was Bernhard tat, hatte. Denn es gleicht dem - in diesem Fall erfolgreichen - Versuch eines Menschen, der niemals einen Berg bestiegen hat, den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Den meisten Menschen erscheint dies unmöglich, aber Bernhard‘s Beispiel zeigt, dass derjenige, der sich etwas vornimmt und dann Schritt für Schritt alles unternimmt, was dafür nötig ist, ohne dabei zu ermüden oder die Motivation zu verlieren, bis ganz nach oben gelangen kann. Dieser Mut, sich in unbekanntes Gelände vorzuwagen und dieses Durchhaltevermögen, Schwieriges zu erlernen und auf Durststrecken nicht aufzugeben, ist typisch für Bernhard. Stein für Stein und Schritt für Schritt widmet er sich der Arbeit im Weingarten des Herrn. So baute er in Schwarzenstein/ Schwarzenbach die Kirchenverwaltung auf, deren erster Kirchenpfleger er war. In Schwarzenbach und Kulmbach war er viele Jahre im Pfarrgemeinderat und im Hofer Dekanatsrat, viele Jahre im Vorstand des Caritasverbandes Stadt- und Landkreis Hof, sowie viele Jahre bis heute Dekanatsförderer für Geistliche Berufe im Dekanat Hof. Als stellvertretender Diözesanvorsitzender der Mesnervereinigung der Erzdiözese Bamberg kümmerte sich um die vielen Kolleginnen und Kollegen, die in unserem Erzbistum die Gottesdienste vorbereiten und über die Kirchen wachen. Dekanatsleiter war er für die Mesner und Pfarrsekretäre der Dekanate Hof und Kulmbach. In der Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen und deutschsprachigen Mesnerverbände mit ihren 11000 Mitgliedern war er Delegierter. Politisch war er als Vorstandsmitglied in der Schwarzenbacher CSU aktiv und auch Mitarbeiter bei der Aktion „Christen helfen Rumänien“ die Transporte mit Hilfsgütern ins Banat und Siebenbürgen über zwei Jahrzehnten durchführten.
Die Liturgie liegt ihm besonders am Herzen und so feiert er als Wort-Gottes-Leiter regelmäßig im Altlandkreis Naila und im Seniorenheim „Frankenhöhe“ in Langenbach Gottesdienste. Auch als Vorbeter für den Rosenkranz in den Stadtpfarrkirche St. Marien in Hof stellt er sich immer gerne zur Verfügung. Für die Menschen und für seine Kirche da zu sein, ist Bernhard‘s tägliches Apostolat, das er nun schon seit 60 Jahren ausübt. Dafür wurde er nun am Hochfest Mariä Verkündigung nach dem feierlichen Pontifikalamt, das Erzbischof Herwig Gössl anlässlich der Dekanatsvisitation mit der Gemeinde feierte, vom Oberhirten Bambergs persönlich geehrt. Mit warmen Worten bedankte sich Erzbischof Herwig bei Bernhard Kuhn für die sechs Jahrzehnte, in denen er seine Kräfte auf so vielfältige Weise in den Dienst der Gläubigen im Hofer Land und in Kulmbach gestellt hat. Wer so lange mit der und für die Kirche lebt, weiß, dass es dort hier und da auch mal menschlich allzumenschlich zugehen kann. Zum Charisma von Bernhard gehört es aber, darüber mit feinem Lächeln zu schweigen und lieber still und bescheiden weiter seinen Dienst zu tun, für den ihm auch Dekan Andreas Seliger, der umsichtig wie immer die verdiente Ehrung von Bernhard Kuhn in die Wege geleitet hat, sehr herzlich dankte. Kirche zu den Menschen zu bringen geschieht auf vielerlei Weise. Dies in einem treuen, beständigen Apostolat als Chronist und Berichterstatter zu tun, so wie Bernhard Kuhn, ist eine moderne Form, die zugleich tiefe Wurzeln hat. Denn schon in der Antike und im Mittelalter wussten die Menschen: „Wer schreibt, der bleibt“, und so zeichneten sie damals schon alles auf, was für das Leben der Kirche von Bedeutung war. Dass Bernhard Kuhn dies auf so vielen Ebenen, auf Facebook, über WhatsApp, die Kirchenzeitung und die lokalen Medien tut, zeigt, dass er als Christ in der Tradition der Kirche verwurzelt und zugleich am Puls der Zeit ist. Dafür, sind ihm nicht nur Erzbischof Herwig und Dekan Seliger, sondern alle Gläubigen des Dekanates Hof sehr dankbar und hoffen darauf, dass er noch viele weitere Jahre über die Geschicke der Christen im Hofer Land berichten wird. Die Geschenke, die Dekan Seliger Bernhard Kuhn überreichte und die schöne, handgeschriebene und von Erzbischof Herwig unterzeichnete Urkunde über die 60 Jahre ehrenamtlichen Dienst für seine Kirche werden Bernhard Kuhn nun täglich an die Dankbarkeit der Menschen, seines Pfarrers und Bischofs für seinen Dienst erinnern.
Dr. Barbara Stühlmeyer