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Therese Neumann von Konnersreuth

Prof. Dr. Wolfgang Vogl
Datum:
Veröffentlicht: 29.10.24
Von:
Bernhard Kuhn

Therese Neumann von Konnersreuth

Professor Dr. Wolfgang Vogl, der seit 2011 Inhaber der Professur für Theologie des geistlichen Lebens an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg ist, hielt im Rahmen der katholischen Erwachsenbildung im Pfarrsaal der Pfarrei Verklärung Christi in Naila einen Vortrag über die stigmatisierte Dienerin Gottes Therese Neumann (1898–1962). Viele interessierte Besucher waren der Einladung gefolgt, um den interessanten Ausführungen des Referenten zu lauschen.

Professor Vogl war von 2005 bis 2013 Pfarrer von Konnersreuth und ist auch Mitglied der Historischen Kommission im Seligsprechungsprozess für Therese Neumann. In seinem Vortrag stellte er in einem ersten ausführlichen Teil das Leben und Wirken Therese Neumanns dar, wobei er ihre sich ab 1914 ereignende geistliche Begegnung mit der französischen Karmelitin Therese von Lisieux (1873–1897) als besonders prägend herausstellte. In der Zeit ihrer schweren Krankheit von 1918 bis 1925 habe die Resl nach dem Vorbild der französischen Karmelitin ihre Berufung zum stellvertretenden Sühnen erkannt, indem man zusammen mit dem eigenen Leiden die Erlöserliebe Christi annimmt, so dass man einen geistigen Gnadenbesitz hat, den man an die gottferne Welt weiterfließen lassen kann. Nachdem die Resl durch Therese von Lisieux 1923 von ihrer Blindheit und 1925 auch von ihrer Lähmung befreit wurde, folgten 1926 die mystischen Phänomene der Stigmatisation, der Passionsvisionen und der ausschließlichen eucharistischen Ernährung. Mit ihrem bodenständigen, geerdeten, willensstarken und wahrheitsliebenden Temperament wirkte die Resl bis zu ihrem Tod 1962 in vielfältiger Weise, angefangen von der örtlichen Krankenpflege und dem Besorgen des Blumenschmuckes für die Pfarrkirche in ihrem Heimatort bis hin zur geistlichen Formung ihres Freundeskreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Der zweite Teil des Vortrages stand unter der Überschrift „Was wir für unser eigenes Glaubensleben daraus lernen können?“ und stellte abschließend fünf Aspekte heraus. Zum ersten verweist Konnersreuth als das „bayerische Lisieux“ auf die große Bedeutung des theresianischen „kleinen Weges“ des kindlichen Gottvertrauens. Zweitens hat die Resl vorgelebt, wie man im Geist der Stellvertretung in der Erlöserliebe Christi für die Mitmenschen eintreten kann. Die Resl, die buchstäblich „vom Heiland lebte“, zeigt auch, wie sehr uns der in seiner Kirche fortlebende Christus in seinen Sakramenten begegnen möchte. Die Resl ist mit ihrer Verantwortung, die sie für die Schöpfung und die Gesellschaft übernommen hat, ein Vorbild für die Spiritualität der Laien. Schließlich lässt sich mit Pfarrer Josef Naber, der von 1909 bis 1967 in Konnersreuth wirkte, die Spiritualität der Resl auf den Punkt bringen: „Den Heiland lieben, und ihm Seelen zuführen.“ Am Schluss gab esnoch eine kleine Diskussionsrunde, in der die interessierten Zuhörer Fragen stellen konnten. Dekan Andreas Seliger bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei Professor Vogl für diesen wertvollen Vortrag. Die Zuhörer konnten seinen gut verständlichen Ausführungen sehr gut folgen und es war auch sicher für den einen oder anderen Teilnehmer eine Bereicherung im eigenen Glaubensleben. Als kleines Geschenk überreichte der Dekan dem Referenten für die kommende kalte Jahreszeit einen warmen Schal aus dem Frankenwald.