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Stadtjubiläum – 600 Jahre Helmbrechts – 06. Dezember 2022

600 Jahre Helmbrechts
Datum:
Veröffentlicht: 8.12.22
Von:
Stefan Fleischmann

Ein Dialog zwischen zwei Mitbrüdern Domkapitular Heinrich Hohl und Dekan Wolf-gang Örtel

Oertel: Ja, lieber Bruder Hohl, sie haben wahrscheinlich die Einladung zum 600jährigen Stadtjubiläum bekommen. Ist ja schon was Besonderes – auch für uns, denn beim 650. Jubiläum werden wir wohl schon nicht mehr dabei sein - können.

Hohl: Ja, Bruder Oertel. ich habe auch die Einladung erhalten. und soll auch noch für den Diözesanadministrator Herwig ein Grußwort sprechen.

Oertel: Ich auch – für meine Regionalbischöfin. Und mir ist von der Stadt eingeschärft worden, dass beide kirchlichen Grußworte nicht länger als 5-6 Minuten dauern dürfen.

Hohl: Mir wurde dies ganz genauso gesagt. Wie sollen wir da etwas Vernünftiges in nur 5 Minuten gemeinsam zusammenbringen – jeder hätte nur so 3 Minuten?

Oertel: Was wäre, wenn wir das gemeinsam machen – ökumenisch? So als Sinnbild, dass wir eins sind im Glauben – so wie die Helmetzer eins sein sollen.

Hohl: Genau das machen wir. Das passt. Jetzt müsst uns nur noch was Cooles einfallen.

Oertel: Das ist gar nicht so leicht, denn vorher reden ja unser Landesvater, der Landrat und der Münchberger Bürgermeister. Die haben inhaltlich bestimmt alles abgegrast.

Hohl: Wissen Sie was: Heute ist doch der 6.12., also Nikolaustag. Vielleicht verbinden wir unsere Grüße zum Stadtjubiläum mit dem Bischof Nikolaus?!

Oertel: Gar nicht so schlecht. Den kennen alle - unabhängig von Konfession oder Religion. Außerdem war er vor langer Zeit ein großes Vorbild, der nah bei Gott und nah bei den Menschen war. Menschen hat er gerettet und selbstlos geholfen.

Hohl: Nah beieinander-sein; füreinander Da-sein. Das kann gut für die Helmbrechtser sein. Was Nikolaus erkannt und empfangen hat, das hat er weitergegeben und weitergeschenkt. Segen und Gaben hat er verteilt.

Oertel: Gute Idee, da stellen wir uns in unserem ökumenischen Grußwort in die Tradition des Nikolaus. Wir wünschen zum 600jährigen einfach den anwesenden Feiernden und ganz Helmbrechts mit den dazugehörigen Dörfern gute Gaben:

Hohl: So soll es sein.

Jubiläumsgaben und Wünsche:

Wir wünschen die Gabe des Gemeinsinns. Damit Bürgerinnen und Bürger sich weiterhin gesellschaftlich und religiös, sozial und politisch engagieren.

Oertel: Wir wünschen die Gabe der Eintracht, dass Meinungsunterschiede, Missverständnisse und Streit immer wieder überwunden werden.

Hohl: Wir wünschen die Gabe der Weisheit allen, die Verantwortung tragen für die Geschicke der Stadt, als Bürgermeister und Stadträte, dass sie entscheiden, was das Wohl aller Bürger und Bürgerinnen fördert.

Oertel: Wir wünschen die Gabe der Solidarität, dass bedürftige und notleidende Menschen in der Stadt und jenseits der Stadtgrenzen materiell und ideell unterstützt werden

Hohl: Wir wünschen die Gabe der Gastfreundschaft, dass Fremde sich in der Stadt sicher, verstanden und heimisch fühlen.

Oertel: Wir wünschen die Gabe der Wahrhaftigkeit. Die sich an den Glanzpunkten der Stadtgeschichte freut und die dunklen Flecken, wie etwa das KZ-Außenlager, nicht verschweigt.

Hohl: Wir wünschen die Gabe der interessierten Neugier, damit verschiedenen Kulturen und Weltanschauungen als Bereicherung erfahren werden.

Oertel: Wir wünschen die Gabe der Wertschätzung gegenüber allen, die sich beruflich oder privat oder ehrenamtlich einsetzen für leidende, kranke und pflegebedürftige Menschen, aber auch in den Vereinen, Kirchen und der Gemeinde.

Hohl: Wir wünschen die Gaben der Sensibilität für Glaube, Hoffnung und Liebe, die allen Menschen gut tun und Gottes Gegenwart erfahrbar machen.

Oertel: Unsere Wünsche und Glückwünsche wollen wir bekräftigen mit der größten Gabe auf die schon der Bischof Nikolaus vertraut hat.

Hohl: Wir bringen und schenken Ihnen den Segen unseres Gottes für das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Oertel: So spürt und erlebt den Segen: Der Herr segne und behüte euch….

Hohl: Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig.

Oertel: Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch + Frieden.

Beide: Amen