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„Sie sprechen mit .... Was kann ich für Sie tun?“

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Datum:
Veröffentlicht: 12.9.24
Von:
Stefan Fleischmann
geistliches Wort für die neue Woche

Liebe Schwestern und Brüder,

diese oder ähnliche Worte sind uns aus unterschiedlichen Kontexten bekannt.
Mit einer freundlichen Stimme begrüßend wird gleichzeitig eine Erwartungshaltung abgefragt: „Was kann ich für Sie tun?“'
Im Alltag bleibt dieser Abgleich gegenseitiger Erwartungshaltung oft aus. Missverständnisse sind dann vorprogrammiert und ein Gedankenkarussell losgetreten. Freilich: Ob dann der ausgesprochene Wunsch in Erfüllung geht, steht auf einem anderen Blatt.

In den Evangelien ist Jesus oft der Fragende:
• „Was wollt ihr?“ (Joh 1,38)
• „Warum habt ihr mich gesucht?“ (Lk 2,49)
• „Was soll ich dir tun?“ (Mk 10,51)
• „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ (Mk 3,33)
• „Liebst du mich?“ (Joh 21,15)

Jesus geht auf nummer sicher. Er will es wissen. Der fragende Jesus möchte nichts überstülpen, sondern mit den Menschen tiefer ins Gespräch kommen und darüber hinaus in eine tragfähige und bergende, aber auch spannende und herausfordernde Beziehung zu ihm. Fragen haben also viel Positives, nämlich in eine Beziehung einzutreten – mit ihm und untereinander.

Andreas Knapp, der in unserer Pfarrgemeinde Bernhard Lichtenberg zu Gast war, schreibt in einem Gedicht „Die Frage nach der Liebe“:

dreimal fragst du mich
das schmerzt
warum fragst du immer wieder
du weißt es doch
oder willst du es einfach hören
immer wieder hören
fragst du damit ich es nie vergesse
und immer neu sagen lerne
ja dann frage mich
frag immer wieder
frag immer neu
ach höre nie auf zu fragen

Mit dem Herbst wird schon wieder die letzte Etappe eines Kirchenjahres eingeläutet. Für mich heisst das ganz persönlich: „Das Leben vom Ende her denken?“ Was meine ich? Die alles entscheidende
Frage wird uns am Ende unseres Lebens gestellt: „Liebst du mich?“ Nicht als Besserwisser steht Petrus da, sondern als demütiger Bekenner seiner geläuterten Liebe.
Stellen wir uns immer wieder den Fragen des Lebens und des Glaubens, die uns aufgegeben werden: „Ach höre nie auf zu fragen!“ (Auch wenn es manchmal nervt.)

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen eine gesegnete Zeit.
Ihr
Stefan Fleischmann
Leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Hofer Land