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Schönheit, Bedeutung und Würde der Sexualität

Prof. Dr. Helmut Prader
Datum:
Veröffentlicht: 29.6.24
Von:
Bernhard Kuhn

Einkehrtag in der Pfarrgemeinde „Verklärung Christi“ in Naila

Die katholische Pfarrei „Verklärung Christi“ in Naila hatte im Rahmen der kath. Erwachsenenbildung zu einem Einkehrtag in ihren Pfarrsaal eingeladen. Referent war Prof. Dr. Helmut Prader, Ordinarius und Institutionsvorstand für Moraltheologie und Bioethik an der Philosophisch- Theologischen Hochschule Benedikt XVI in Heiligenkreuz. Er ist Referent für natürliche Empfängnisregelung und begleitet als Familienseelsorger seit 20 Jahren Ehepaare in Krisen.

"Wenn die Lehre der Kirche wahr ist, muss es auch Wege geben, diese Lehre zu leben", sagte Josef Rötzer, der Begründer der ersten sympto-thermalen Methode zur Natürlichen Empfängnisregelung (NER) in Bezug auf die Enzyklika „Humanae Vitae". Dass die Lehre der Kirche nicht nur lebbar, sondern für viele Paare der Weg aus der Krise und hin zum Glück ist, habe Prof. Dr. Helmut Prader in zwanzig Jahren Paarseelsorge immer wieder erfahren dürfen. Wie viele Ehepaare durfte er begleiten, die sich in einer schweren Krise befanden und nicht selten vor der Scheidung standen, erzählte der Referent zu Beginn seiner Ausführungen- Mit der Eheschließung sagen Mann und Frau ein bedingungsloses Ja zueinander. Das schließt das Ja zur Fruchtbarkeit und zur Natur von Mann und Frau mit ein.

Wenn die Fruchtbarkeit entweder mechanisch umgangen oder chemisch unterdrückt wird, wird aus dem "Ja" bei der Eheschließung ein "Ja, aber" betonte der Referent. Die Verhütung klammert einen wesentlichen Teil des Menschseins aus, indem die Fruchtbarkeit wie eine Krankheit behandelt werde, die umgangen oder ausgeschlossen werden müsse, denn durch diese Manipulation würden die Sinngehalte ehelicher Liebe- die Liebesbezeugung oder die Offenheit für neues Leben- vom Menschen bewusst auseinandergerissen.

Bei der natürlichen Empfängnisregelung dagegen, beobachtet das Paar die natürlichen Abläufe im Zyklus der Frau und entscheidet im Sinne der verantwortlichen Elternschaft gemeinsam, ob ein weiteres Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verantworten ist oder nicht- ohne in die natürlichen Abläufe einzugreifen. Dadurch sei die natürliche Empfängnisregelung ein Mitwirken am Schöpfungshandeln Gottes- Verhütung dagegen sei ein Handeln gegen den Schöpfer, betonte Professor Prader.

In der seelsorglichen Begleitung sei immer eine Neubelebung der Ehe zu beobachten, wenn Paare den Weg zur „Theologie des Leibes" und zur natürlichen Empfängnisregelung finden, fuhr der Referent fort. Es sei seine persönliche Überzeugung, dass grundsätzlich jedes Paar „Humane vitae" leben könnte, wenn es eine entsprechende Anleitung und Begleitung bekäme. So könnten auch viele Scheidungen verhindert werden. Es sei eine schwere Unterlassung den Paaren die Lehre von „Humane Vitae" und die „Theologie des Leibes vorzuenthalten. Die Kirche würde schwere Schuld auf sich laden, wenn sie Verhütungsmittel erlauben würde. Es müsse unsere Pflicht und unser Bemühen sein möglichst vielen Paaren diesen ehelichen Weg nach dem Plane Gottes zu eröffnen. Wir müssen uns ganz bewusst mit dem Thema „Sexualität" befassen, um die uns anvertrauten Menschen auf ihrem Weg zur Heiligkeit zu begleiten und sie auch im Bezug auf die Sexualität nicht alleine zu lassen. Der Familienseelsorger hat aus seiner über 20-jährigen Erfahren viele gut verständliche Beispiele zu dieser breitgefächerten Thematik an seine interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer weitergegeben. Sein Schlusstenor war: „Die Sexualität ist etwas Schönes, sie ist ein wunderbares Geschenk an den Menschen, das von Gott kommt. Die sexuelle Lust ist keine Folge der Erbsünde, sondern die sexuelle Lust konnte aus dem Paradies herüber gerettet werden. Die Sexualität und die Fruchtbarkeit haben aber eine Gesetzmäßigkeit, die ihr Gott gegeben hat. Und diese Fruchtbarkeit dürfen wir beobachten, interpretieren und dann in Freiheit und Verantwortung nützen. Es muss das Ziel sein, dass ein Paar immer mehr eine Einheit wird, durch die Sexualität entsteht eine einzigartige Bindung. Gott hat durch das Kreuz Christi einen einzigartigen Bund mit uns geschlossen. Die Ehe darf ein Abbild dieser Verbindung mit uns Menschen sein."

Nach diesem hervorragenden Vortrag schloss sich eine rege Diskussionsrunde an. Dekan Andreas Seliger bedankte sich beim Referenten im Namen aller Anwesenden für diesen wertvollen Einkehrtag.