Requiem für Papst em. Benedikt XVI. in Naila

Dekan Andreas Seliger zelebrierte in der Stadtpfarrkirche „Verklärung Christi“ in Naila ein Requiem für den verstorbenen Papst em. Benedikt XVI.
Zahlreiche Gottesdienstbesucher hatten sich eingefunden, um dem bayerischen Papst die letzte Ehre zu erweisen.
In seiner Ansprache bezog sich Dekan Andreas Seliger auf das Geistliche Testament von Papst Benedikt, das am Tag seines Todes, dem Silvestertag 2022, vom Vatikan veröffentlicht wurde. In seinem geistlichen Testament dankte der emeritierte Papst „dem Herrn für die schöne Heimat im bayerischen Voralpenland" sowie für sein Leben in Rom und Italien, „das mir zur zweiten Heimat geworden ist". Auch "für die Mitarbeiter auf allen Stationen meines Weges, für die Lehrer und Schüler" zeigte sich Benedikt XVI. dankbar und würdigte seine Familie sowie Freundinnen und Freunde, die er in seinem Leben fand. „Ich danke meinen Eltern, die mir in schwerer Zeit das Leben geschenkt und unter großen Verzichten mir mit ihrer Liebe ein wundervolles Zuhause bereitet haben, das als helles Licht alle meine Tage bis heute durchstrahlt.“
Der verstorbene emeritierte Papst Benedikt XVI. hat auch um Verzeihung für Fehler gebeten. „Alle, denen ich irgendwie Unrecht getan habe, bitte ich von Herzen um Verzeihung", heißt es in dem Schreiben, das Benedikt XVI. bereits 2006 aufsetzte und das der Vatikan nun veröffentlichte.
Die Katholiken in aller Welt rief das frühere Kirchenoberhaupt auf: „Steht fest im Glauben! Lasst euch nicht verwirren!" Oft scheine es so, als ob die Naturwissenschaften und die Geschichtsforschung „unwiderlegliche Einsichten vorzuweisen hätten, die dem katholischen Glauben entgegenstünden", schrieb er in seinem Testament. Allerdings habe er „von Weitem die Wandlungen der Naturwissenschaft miterlebt und sehen können, wie scheinbare Gewissheiten gegen den Glauben dahinschmolzen". Wenige Stunden vor seinem Tod soll er mit flüstender Stimme in italienischer Sprache gesagt haben: „Herr, ich liebe dich.“
Viele Menschen sind mit Papst em. Benedikt verbunden. Das Leben von Papst em. Benedikt XVI. war geprägt von seinem theologischen Nachdenken über den Glauben an den dreifaltigen Gott und seinem Einsatz für die Kirche. Papst Franziskus hat seinen gestorbenen Vorgänger als edle und sanfte Person gewürdigt. „Wir empfinden so viel Dankbarkeit in unseren Herzen: Dankbarkeit gegenüber Gott, dass er ihn der Kirche und der Welt geschenkt hat; Dankbarkeit gegenüber ihm für all das Gute, das er vollbracht hat, und vor allem für sein Zeugnis des Glaubens und des Gebets, besonders in diesen letzten Jahren, als er zurückgezogen lebte." Nur Gott kenne den Wert und die Kraft seiner Fürsprache, seiner Opfer, die er für das Wohl der Kirche gebracht habe.“ Möge nun für Papst Benedikt das erfahrbar sein, das er mit seinem Zeugnis des Glaubens der Welt verkündet hat.