Religion und postmodernes Denken- ein schwieriges Verhältnis -Hat Religion noch Bedeutung für unsere Zeit?

Im Rahmen der kath. Erwachsenbildung hat die Pfarrgemeinde „Verklärung Christi“ in Naila zu einem interessanten, und für alle Gläubigen wertvollen Vortrag in ihren Pfarrsaal eingeladen. Referent war der Hofer Kaplan Christopher Helbig. Hat Religion als gesellschaftsformender Faktor ausgedient oder kann der Glaube für den modernen Menschen heute Orientierung und Tiefe bieten? Kaplan Christopher Helbig, der in der Bernhard-Lichtenberg-Gemeinde in Hof sehr beliebt ist, versuchte dieses schwierige Thema in drei Schwerpunktkomplexen aufzubereiten.
-Analyse des Verhältnisses der postmodernen Welt zur Religion.
-Gespräch über den Wort und der Bedeutung von Religion.
-Impulse, wie gläubige Menschen der heutigen Zeit handeln können.
Christen glauben an die christliche Lehre und haben mehr oder weniger Argumente dafür. Diese Argumente teilen sie ihren Mitmenschen mit und versuchen, sie davon zu überzeugen. Zum Beispiel: Was ist Religion? Viele wissen nichts damit anzufangen. Der Mensch nimmt die Welt mit seinen Sinnen wahr. Er sieht eindeutige Dinge, die feststehen und nicht eindeutige Dinge: Woher kommt der Mensch? Was ist der Sinn des Lebens, und was ist der Mensch? Wir interpretieren Dinge, was wir sehen und können es nicht nach außen tragen. Kann man postmodernen Menschen überhaupt noch mit der „Wahrheit“ der christlichen Botschaft kommen?, bietet sich als Frage an. Wie wird Religion noch wahrgenommen. Denn viele Menschen sehen Religion nicht mehr als Rückbindung an Gott. „Ich kann auch ohne Religion leben und glücklich sein!“, kann man in verschiedenen Meinungen heraushören und die Frage nach Gott wird kaum noch gestellt Wenn Religion nur noch so verbal wahrgenommen wird, dann ist sie auch entbehrlich, folgerte der Referent.
Die meisten nehmen natürlich an, dass es eine Wahrheit gibt. Aber wenn jemand tatsächlich vom postmodernistischen Denken beeinflusst ist, dann ist es wichtig, um ihn mit dem Evangelium überhaupt erreichen zu können, ihn dahin zu führen, wieder die Frage nach der Wahrheit zu stellen, die mit dem Christentum in die Welt kam. Erst mit dem Christentum brachten Missionare den Glauben in alle Welt. Alles hat seinen Ursprung in den „einen Gott“, fuhr Christopher Helbig fort. Jesus stellt die Frage nach "Wahrheit" und hat sie selbst für sich beansprucht, weil er Gottes Sohn ist, als er diesbezüglich von Pilatus verhört wurde. In Jesus Christus ist die Wahrheit des Menschen definiert, eine Wahrheit, die mich trägt, eine Wahrheit, die mich wollte und die mir das Heil gibt. Das Christentum sei eine Offenbarungsreligion, fuhr der kompetente Referent fort, die die zwölf Apostel und über 500 Jüngerinnen und Jünger hautnah erlebten. Die Christen haben von Anfang an gesehen: Sie müssen ihre Lehre untersuchen und verteidigen. Christen müssen sich wieder mehr bemühen, beständig in der Lehre zu bleiben, so wie es am Beginn der Apostelgeschichte gesagt wird. Man hätte Kaplan Christopher Helbig noch gerne länger zugehört. Auch die anschließende Diskussion zeigte, dass er mit dieser schwierigen Thematik bei seinen Zuhörern angekommen ist und ihnen einen wertvollen Bildungsnachmittag bereitet hat. Dekan Andreas Seliger bedankte sich im Namen aller Teilnehmer mit einem kleinen Geschenk.