„Pilger der Hoffnung – biographische, biblische und kirchliche Gedankensplitter zum Heiligen Jahr 2025“

Das Heilige Jahr 2025 in Rom steht unter dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ und greift damit ein zentrales Thema von Papst Franziskus auf. Die Stadt Rom rechnet mit rund 45 Millionen Pilgerinnen und Pilgern, Besucherinnen und Besuchern. Das Jubeljahr hat mit der Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom in der Heiligen Nacht am 24. Dezember 2024 begonnen. Zu diesem Thema, das für alle Christen von größter Bedeutung ist hat der Frauenbund-Hof zu einer Veranstaltung ins Pfarrzentrum „Bernhard Lichtenberg“ eingeladen. Referent war Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann.
Die gute Seele des Hofer Frauenbundes, Sieglinde Palitza, begrüßte nicht nur zahlreichen Teilnehmerinnen ihres Frauenbundes, sondern auch die Herren der Schöpfung, die dieses Thema gleichermaßen berührt! Pfarrer Stefan Fleischmann brachte in seinem einfühlsamen Referat viele wertvolle Gedanken ein, die Hoffnung in einer Welt von Gewalt, Hass und Kriegen wieder aufleben zu lassen. „Was lässt uns hoffen?“, fragte Stefan Fleischmann eingangs. Hoffnung wachse, wo der Mensch in seiner Würde, Einmaligkeit und Bedürftigkeit gesehen wird und Beziehung schaffe, gab der Geistliche zu bedenken. Er machte sich die Mühe alle Stellen aus den Paulusbriefen, die von Hoffnung zeugen, heraus zu suchen, und kurz auszulegen, denn Im Paulus komme das Feuer der urchristlichen Hoffnung zu tragen, sagte der Referent. Paulus, der in seiner Vergangenheit als leidenschaftlicher Verfolger der Christen bekannt war entschloss sich als leidenschaftlicher Botschafter der Sache Jesu Christi tätig zu werden. Er beschreibt es im Philipperbrief so (Phil 3, 5-9): „Doch was mir damals ein Gewinn war, das habe ich um Christi Willen als Verlust erkannt. Ja noch mehr: Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft.. Oder an einer anderen Stelle im Römerbrief: „(Röm 5,3ff): „Mehr noch, wir rühmen uns ebenso der Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ Hoffnung und Vertrauen werde auch im Philipperbreif deutlich (Phil. 1,3ff):):„Ich vertraue darauf, dass er, der bei euch das gute Werk begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu.“ „Das Feuer der urchristlichen Hoffnung schlägt aus ihm in den unsrigen hinein. Ein Erleben mit Christus als dem Herrn des Reiches Gottes spricht aus ihm, das uns in die Bahn des gleichen Erlebens reißt“, hat einmal Albert Schweizer formuliert. Pfarrer Stefan Fleischmann zählte noch viele Beispiele aus den Paulus-Briefen auf und kam anschließend nach der Erklärung des Logos und der Hymne „Pilger der Hoffnung“ die schon mehrmals in der Konrads-Pfarrei gesungen wurde, auf die Geschichte des Heiligen Jahrs zu sprechen. Die Idee des Heiligen Jahres geht auf Papst Bonifaz VIII. zurück, als er für das Jahr 1300 ein besonderes, zunächst nur für die Römer gedachtes Pilgerjahr ausrief. In der Einberufungsbulle, die den Beginn auf den 22. Februar 1300 datiert, sind allerdings noch nicht die Begriffe „Heiliges Jahr“ bzw. „Jubeljahr“ verwendet worden. Der Rhythmus der Heiligen Jahre war von Beginn an Schwankungen unterworfen. Bonifaz VIII. verfügte die Durchführung alle 100 Jahre, schon bald folgten Änderungen auf einen Abstand von 50 und 33 Jahren. Papst Paul II. legte 1470 endgültig den Rhythmus auf 25 Jahre fest.
Schließlich kam der Referent auf den Ablass zu sprechen. „Mit dem Heiligen Jahr ist auch der Ablass verbunden“, sagte er. „Den Ablass darf man als einen sichtbaren Ausdruck des Heilswillens Gottes und als Einladung zur Umkehr verstehen“. Zum diesem Thema gab es in der anschließenden Diskussionsrunde unter den Teilnehmern kontroverse Meinungen. Der Ablass komme von der Institution Kirche, und habe mit Gott nichts zu tun, konnte man bei manchen Teilnehmern heraushören.
Mit dem Jubliläumsgebet, in dem es u.a. heißt „Möge die Gnade des Jubiläums in uns Pilgern der Hoffnung die Sehnsucht nach den himmlischen Gütern erwecken und über die ganze Welt die Freude und den Frieden unseres Erlösers gießen!“ wurde dieser tiefgründende Vortragsabend beendet. Sieglinde Palitza bedankte sich bei Pfarrer Stefan Fleischmann für seine wertvollen Ausführungen zum Start in das „Heilige Jahr 2025“ mit einem süßen Geschenk.
Pilger der Hoffnung :Das Pilgern gehört zur Identität von uns Christen. Die Erfahrungen, in Gottes Schöpfung unterwegs zu sein, sind hilfreich und erhellend. Unser Pilgern kennzeichnet die Kirche selbst: Wir sind eine pilgernde Kirche, die nicht statisch und vollkommen, sondern unterwegs ist, um erneuert zu werden in Christus. (Weihbischof Rolf Lohmann).