Patronatsfest des Seligen Bernhard Lichtenberg

Anlässlich seines Gedenktages feierte unsere Pfarrei "Bernhard Lichtenberg" gestern Abend in der St.-Marien-Kirche ein Festamt zu Ehren ihres Schutzpatrons, des seligen Bernhard Lichtenberg. Zu ihm verbindet uns in Hof eine ganz besondere geistliche Beziehung.
Bernhard Lichtenberg wurde am 3. Dezember 1875 in Ohlau (Schlesien) geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1899 wirkte er von 1900 bis 1943 als Seelsorger in Berlin und stellte sich dort den konkreten Aufgaben in Kirche und Gesellschaft. Seine tiefe Verbundenheit mit Jesus Christus – besonders im Geheimnis der Eucharistie – prägte seinen Dienst bis zum letzten Atemzug und gab ihm die Kraft, bedingungslos dem Ruf seines Gewissens zu folgen.
Weil er während der nationalsozialistischen Diktatur zu Lüge, Unrecht und Menschenverachtung nicht schweigen konnte, wurde er verurteilt und inhaftiert. Er betete öffentlich für verfolgte Juden, protestierte entschieden gegen die Euthanasie-Morde des Regimes und ließ am Ende als Märtyrer für seinen Mut und seine Menschlichkeit sein Leben. Seine Worte „Ich werde meinem Gewissen folgen“ behalten eine bleibende, tiefe Bedeutung. Unmittelbar nach seiner Haft starb er am 5. November 1943 in Hof auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 23. Juni 1996 in Berlin selig; seine Gebeine ruhen heute in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin.
Den Gottesdienst feierte Dekan Seliger, begleitet von Gemeindereferentin Mechthild Fröh. Dr. Stühlmeyer gestaltete die Messe musikalisch mit passenden Liedern und schuf so eine dichte, feierliche Atmosphäre an diesem Abend. Im Anschluss an die Eucharistiefeier und die Eucharistische Anbetung erhielten die Gläubigen den Einzelsegen mit der Lichtenberg-Reliquie – ein berührender und unvergesslicher Moment für alle Anwesenden.