Ostern im Hofer Land


Die Osternachtsfeiern - Dekan Andreas Seliger zelebrierte eine in der Pfarrkirche „Verklärung Christi“ in Naila - haben eine klare Grundstruktur. Auf die Lichtfeier folgt der Wortgottesdienst. Eine kleine Schola umrahmte diesen mit thematisch abgestimmten Gesängen. Danach folgt die Tauffeier und die Eucharistiefeier. Nach Beginn der Abenddämmerung wurde am Kirchenvorplatz ein Holzfeuer angezündet. Dekan Andreas Seliger segnet das Feuer und entzündet die Osterkerze, das Symbol für Christus, an diesem neuen Feuer. Durch das Kreuz auf der Kerze und durch die ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, Alpha und Omega, wird zeichenhaft deutlich, dass Jesus Christus im Zentrum aller Zeiten steht, gestern, heute und in Ewigkeit. Mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ zieht der Priester mit dem Altardienst in feierlicher Prozession mit der Osterkerze, die Lektor Johannes Albert getragen hat, in die dunkle Kirche ein. Die Flamme der Osterkerze – Realsymbol des Auferstandenen – durchbricht die Finsternis und nimmt ihr den Schrecken. Die Gläubigen empfangen das Licht Christi, entzünden ihre Kerzen daran und geben es an andere weiter; sie lassen sich von ihm erhellen und werden – mitten in der Nacht ihres von Sünde, Leid und Tod überschatteten Lebens – selber zu Lichtträgern. In dem sich das Licht immer mehr ausbreitet, entfaltet es seine volle Leuchtkraft. In dieser Nacht wird deutlich, dass Christus die Dunkelheit des Todes in seinem Tod und seiner Auferstehung überwunden hat. Im anschließenden Wortgottesdienst erinnern die alttestamentlichen Lesungen mit den dazugehörigen Antwortpsalmen und Gebeten an die Geschichte des Unheils der Menschen, die von Gott her zur Heilsgeschichte wurde. Diese wurden von verschiedenen Lektoren vorgetragen. In der Tauffeier segnet Dekan Andreas das Taufwasser und die Gläubigen erneuern mit brennenden Kerzen in den Händen ihr Taufversprechen. Anschließend segnet sie der Priester mit dem neugeweihten Wasser. Der letzte Teil der Osternacht ist die Eucharistiefeier. Diese ist ganz erfüllt von Jubel über den Sieg Jesu Christi über Sünde und Tod, was auch die frohen Osterlieder zum Ausdruck bringen. So lässt die Osternachtsfeier, der schönste Gottesdienst des Jahres, in allen Gläubigen die Freude wachsen, dass der „Glanz dieser Nacht" von nun an stärker ist als alle Dunkelheiten, in die Menschen sich verstricken können. Diese Freude schwingt natürlich am Ostersonntag bei den Festgottesdiensten noch nach. So zelebrierte Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann einen Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche „St. Konrad“ in Hof.
Der Ostersonntag stehe nicht für sich allein, sondern trage immer die Bedeutung der gesamten Geschichte um Jesu Leiden, Tod und Auferstehung mit sich. Pfarrer Stefan Fleischmann stellte daher seine Festpredigt unter den Gedanken "Friedhofsgespräche". Das Evangelium berichtet , wie Maria von Magdala am Ostermorgen zum Grab geht und den Albtraum erleben muss, dass man ihren Herrn weggenommen hat. Maria weint. Was dann beginnt ist ein Gespräch. Der Künstler Sieger Köder hat den Verlauf des Gesprächs ins Bild gebracht. Er verdreht fast Mariens Kopf, was im Evangelium im zweimaligen Umdrehen der Maria grundgelegt ist. „Ja, Ostern verdreht uns den Kopf und schenkt uns eine neue Perspektive, dass Gottes Handeln immer zum Leben führt- Lebende und Tote“, stellt Pfarrer Stefan Fleischmann fest. „Gott hat uns geschaffen um zu sagen: Steh auf! Christus, dein Licht rettet dich!", folgert der Redner. Der große Theologe Romano Guardini hat einmal gesagt: „Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen, dessen andere Seite die Auferstehung heißt." „In Maria von Magdala dürfen wir uns wiedererkennen," so Pfarrer Fleischmann „Denn auch uns sind Begegnungen mit Jesus und untereinander geschenkt. Sie machen uns Mut und richten uns auf, weil sie oft diese beiden Seiten zum Inhalt haben", schloss der Geistliche. Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernahm Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer gemeinsam mit seiner Tochter Lea, die eine Messe für Sopran Solo von Robert Jones sang und der Trompeterin Dr. Ute van der Mâer mit der er Werke von Jeremiah Clarke und Henry Purcell musizierte. So wurde die Auferstehung unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus in allen Gottesdiensten festlich, mit Dankbarkeit und freudigem Herzen begangen.


