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Monsignore Herbert Hautmann feierlich beigesetzt

Beisetzung Hautmann
Datum:
Veröffentlicht: 9.3.26
Von:
Nicola Sandro Leroy

Unter großer Anteilnahme fanden die Trauerfeierlichkeiten zum Tod von Monsignore Herbert Hautmann in der Basilika zur Heiligsten Dreifaltigkeit Gößweinstein statt.

Die gedruckten 800 Gedenkbildchen (Sterbebildchen) reichten nicht aus, sodass noch welche nachgedruckt werden mussten. Dies zeigt, wie beliebt Pfarrer Hautmann, wie er genannt wurde, nicht nur hier in Gößweinstein und im Seelsorgebereich Fränkische Schweiz war, sondern auch an den Orten seines früheren Wirkens und als Diözesan-Vertriebenenseelsorger war. Für die Trauerfeierlichkeiten hatte Pfarrer Hautmann alles vorbereitet, von der Gestaltung des Requiems und der Beisetzung bis zu den Gedenkbildchen und dem „Leichtrunk“.

Der Dekan des Dekanats Forchheim, Domkapitular Thomas Teuchgräber, zelebrierte das Requiem gemeinsam in Konzelebration mit Ruhestandspfarrer Alfred Bayer und dem stellvertretenden Dekan Michael Gehret sowie weiteren 21 Geistlichen. Darunter der leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Fränkische Schweiz, Florian Stark, Dekan Andreas Seliger , u. a. Pfarrer von Schwarzenstein, Schwarzenbach und Bad Steben, den Wirkungsstätten von Pfarrer Hautmann, sowie die Patres vom Franziskanerkloster in Gößweinstein, Andreas Walko und Igor Rybak. Assistiert wurde Dekan Thomas Teuchgräber von Diakon Robert Körber.

Die folgenden Nachrufe eröffnete Domkapitular i. R. Monsignore Josef Zerndl. Er spreche nicht nur für das Bonifatiuswerk, sondern auch für Erzbischof Herwig Gössl mit dem Metropolitankapitel des Erzbistums Bamberg und als priesterlicher Freund von Pfarrer Hautmann.

Monsignore Karl Wuchterl würdigte Pfarrer Hautmann als Vertreter des Sudetendeutschen Priesterwerks. Er habe mitgedacht, mitdiskutiert und mitentschieden. Monsignore Karl Wuchterl betonte die Musikalität von Pfarrer Hautmann. Sein besonderer Verdienst sei auch die Wiederbelebung der Wallfahrt von Eger nach Marienweiher. „Gott schenke ihm die Fülle des Lebens“, schloss er seinen Nachruf.

Für die Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit Gößweinstein dankte Kirchenpfleger Markus Neuner Pfarrer Neuner für seine vielfältigen seelsorgerlichen Dienste in der Pfarrei, dem gesamten Seelsorgebereich Fränkische Schweiz und im „Haus Elisabeth“ der Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen, wo er als Hausgeistlicher wirkte.

Für die Sudetendeutsche Landsmannschaft und dem Bund der Vertriebenen, BdV, erinnerte Bezirksobfrau und stellvertr. Landesvorsitzende Margareta Michel an die Flucht der Familie Hautmann, wie sie Pfarrer Hautmann erzählt hatte, und auch daran, dass Herbert Hautmann in seiner Schulzeit nicht daran dachte, Priester zu werden. Er habe sich jedoch nach seinem Theologiestudium bewusst für das Erzbistum Bamberg entschieden, wegen der vielen Vertriebenen, die dort wohnten. Mit der Verlegung der alljährlichen Vertriebenenwallfahrt verbinden die Landsmannschaften der Vertriebenen die sehr freundliche Aufnahme in Gößweinstein. Nicht zuletzt habe er ein Liederbuch mit Liedern aus ihrer früheren Heimat erstellt. Aus dem ehemaligen Landkreis Naila waren auch Michel’s Stellvertreter Adolf Markus und der Hofer Kreisobmann Adalbert Schiller gekommen.

Den Reigen der Nachrufe schloss Bernhard Kuhn, früherer Pfarrsekretär von Pfarrer Hautmann in den Pfarreien Schwarzenstein, Schwarzenbach. Bernhard Kuhn erinnerte an die Lebenseinstellung von Pfarrer Hautmann, dass der frohmachende Glaube ein unverdientes Geschenk sei. Daher dürften Gläubige niemand von der Liebe Gottes ausschließen. „Wo Pfarrer Hautmann hinkommt, geht die Sonne auf“, hat Bernhard Kuhn schon vor 30 Jahren veröffentlicht, und das hat sich in all den Jahren bewahrheitet.

Die musikalische Gestaltung des Requiems lag in den bewährten Händen von Organist und Kantor Georg Schäffner. Wolfgang Dersch, Neffe von Pfarrer Hautmann, verlieh mit seinen Posaunenstücken dem Trauergottesdienst nochmals eine besondere Festlichkeit.

Dekan Teuchgräber bezeichnete Pfarrer Hautmann als einen integrierenden Menschen mit einer einfachen, aber doch klaren Art. Als Kind von Vertriebenen habe er gelernt, nicht mutlos zu werden, sondern aus dem Vorhandenen das Beste zu machen.

In all dem Wirken von Pfarrer Hautmann ist sein Vermächtnis zu erkennen, wie es im Johannesevangelium verkündet wurde: Bleibt in der Liebe. Diese Worte wollen tröstende Begleiter sein, denn der Glaube sage uns, „dass Herbert bei Gott ist. Gott lässt uns nicht fallen, wenn wir diese Welt verlassen“, so Dekan Teuchgräber. Er verabschiedete sich mit dem fränkischen „Ade“, in dem das französische „Adieu“, also „zu Gott“, steckt. „Lebe in Christus, vivas in christo“.

Nach der Aussegnung in der Basilika durch Dekan Teuchgräber begleitete ein langer Trauerzug den Sarg mit dem Leichnam von Pfarrer Hautmann zum Friedhof Gößweinstein. Dort wurde Pfarrer Hautmann in der Gruft nahe des großen Friedhofskreuzes beigesetzt. Hierbei erfüllte Wolfgang Dersch mit zwei Stücken auf der Basstrompete seinem Onkel Herbert den letzten Wunsch. „Wir sind Kinder von der Eger“ und „‘s ist Feieromd“. Mit persönlichen Worten verabschiedete sich die Familie von Pfarrer Herbert Hautmann.

Geschrieben von Bernhard Kuhn

Foto 1+2 Trauerfeierlichkeiten für Monsignore Herbert Hautmann

Beisetzung Hautmann