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Monsignore Andreas Straub ist im Alter von 88 Jahren gestorben

Pfarrer Straub
Datum:
Veröffentlicht: 11.3.25
Von:
Stefan Fleischmann
21 Jahre wirkte er in den Kirchengemeinden Münchberg, und Sparneck mit Zell: "Seid wachsam, steht fest im Glauben, seit mannhaft, alles was ihr tut, geschehe in Liebe!"

Monsignore Straub bekannte selbst einmal, dass er sich in Münchberg immer noch zu Hause fühlt und freut sich immer, dass dies wohl auch die Gemeinde so sieht. Seine schönsten, aber auch seine schwersten Erlebnisse seiner Priesterzeit fallen alle in seine Münchberger Zeit: "Ich habe Freude und Leid mit meiner Gemeinde geteilt. (...) Münchberg ist für mich zur Familie geworden und dafür steht die Kolpingfamilie." EIn weiteres Anliegen war ihm die Ökumene: "Ökuemene leben mit den anderen Konfessionen vor Ort!"

Pfarrer Fleischmann hat  Mosignore Andreas Straub im Rahmen des "Primizspruchprojektes 2015" kennengelernt. Die Priester der Diözese Bamberg waren eingeladen, über ihren Primizspruch zu schreiben. So hat auch Andreas Straub seinen Primizspruch, den er 1961 ausgesucht hat, nach vielen Jahrzehnten seines priesterlichen Lebens  erklärt:

„In te, Domine, speravi:
non confundar in aeternum“.
(aus: Hymnus Ambrosius – 4 Jh) „Te Deum“,
zu Deutsch: „Auf dich, o Herr,
habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden“.
(aus: Te Deum – 4. Jh. – Übersetzung: Romano Guardini 1950)

Weiter schreibt er: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, lautet eine gängige Redewendung. Die Frage ist da schon berechtigt: Gilt dies auch für die christliche Hoffnung? Gottes Wort, sowohl des Ersten wie auch des Zweiten Testaments spricht, im Sinne meines Primiz-Spruches, eine klare Sprache: So heißt es im Buch Judith 8,20 + 9,11: „Wir aber kennen keinen anderen Gott als ihn allein. Daher dürfen wir hoffen, dass er uns und unser Volk nicht im Stich lassen wird“. und: „Herr, du bist der Beistand der Armen, der Beschützer der Verachteten und der Retter der Hoffnungslosen“. Und schon im 2. Buch der Makkabäer (7,14) klingt das an, dass die Hoffnung auf Gott nicht stirbt, wenn es da heißt: „Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt.“ So bezeugt Paulus im Römerbrief 4,18 vom Vater Abraham: „Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt." Und im gleichen Brief Röm. 5,4: „Geduld aber (bewirkt) Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen."

Meine Berufung zum Priesterdienst im Kommunismus war unter widrigen Umständen, wo Glaube, Kirche und Dienst vor Gott und zum Heil der Menschen Hoffnung und Zuversicht zu spenden alles andere als „leicht“ war, hat mich dennoch motiviert, denn: „Dum spiro, spero", ein Wappenspruch eines Bischofs zu Deutsch: „Solange ich atme, hoffe ich“, war wie ein Licht und Leitfaden für meinen Weg: zum Altare Gottes, der mich erfreut von Jugend auf, als ich dann am 8. Dezember 1961 in Siebenbürgen vom Bekennerbischof Marton Aron zum Priester geweiht wurde.

Zwanzig Jahre durfte ich in meiner angestammten Heimat im Banat in der Seelsorge, aus dieser „Hoffnung gegen alle Hoffnung“ wirken. Denn Kirche, Gemeinde, Glaube war der Hort der Wahrheit, gegen alle verlogene, kommunistische Ideologie! Seit 1. Dezember 1981, also vor mehr als 33 Jahren, habe ich in der Erzdiözese Bamberg dann die Chance bekommen für Fragende, Suchende, Leidtragende – aus der christlichen Hoffnung heraus motiviert, als Priester zu wirken. 

Davon 21 Jahre lang in der Diaspora in Münchberg mit den Waldsteingemeinden Sparneck, Weissdorf. Zell. Es war auch hier nicht immer einfach! Aber die christliche Hoffnung hat mich getragen, so dass ich für Klein und Groß, für Jung und Alt, sowie auch im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, den Donauschwaben, in der Bundesrepublik Deutschland, und nach der Wende auch für Südosteuropa für diese christliche Hoffnung Zeugnis geben durfte.

Jetzt auch noch, als „Pfarrer i.R.“ = in Ruf- und Reichweite. Dies tue ich, solange mir Gesundheit und Kraft von Gott gegeben ist. Ich bezeuge hiermit, dass es sich lohnt aus der christlichen Hoffnung zu leben, zu dienen und zu wirken. (aus: Schürrer/Fleischmann,  Grund, auf dem ich stehe, Priester geben Zeugnis, Bamberg 2015).

Wir beten für unseren ehemaligen Pfarrer in Münchberg/Sparneck mit Zell, der von 1981 bis 2003 segensreich gewirkt hat und danken ihm für alles, was er für die Menschen getan hat. Das Requiem für unseren Verstorbenen findet am Montag, 17.03.2025 um 11.00 Uhr in St. Hedwig/Bayreuth statt. Die Beerdigung im Anschluss um 13.00 Uhr auf dem Stadtfriedhof. 

Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm. Herr, lass ihn ruhen in Frieden. Amen.