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Maria feiert mit

Maiandacht Marienaltar Kuhn
Datum:
Veröffentlicht: 7.5.23
Von:
Bernhard Kuhn

Wie man in südlichen Ländern Maria verehrt

Eine Maiandacht besonderer Art hielt Pfarrsekretär Bernhard Kuhn in der Filialkirche „Maria Hilf“ in Selbitz. Sein Tenor war es, in dieser Maiandacht bei den Gottesdienstbesuchern ein wenig „Urlaubsfeeling“ aufkommen zulassen.

Der Mai ist in besonderer Weise Maria geweiht.  Als Frühlingsmonat hat der Mai schon seit jeher im Brauchtum eine besondere Bedeutung. Das junge Grün und die Fülle der Blüten, die er hervorbringt, die neue Lebensfreude, wem ist sie besser geweiht als der Muttergottes, die den Herrn des Lebens geboren hat! Schon im Mittelalter wird Maria liebevoll "Rose ohne Dornen" und "Schönste aller Blüten" genannt. „Der Monat Mai regt uns an, in besonderer Weise über Maria nachzudenken und von ihr zu sprechen. Ja, dies ist in der Tat ihr Monat. So wendet sich also der Monat Mai an unser Herz und lädt es ein, sich Maria auf einzigartige Weise zu öffnen." (Hl. Johannes Paul II.) Bernhard Kuhn stellte in dieser „etwas anderen Maiandacht“ Gedanken und Marienbräuche vor, die er teilweise im Ausland selbst erlebt hat. Der Brauchtum rund um die Gottesmutter sei vielfältig und weit verbreitet und in anderen Ländern und Erdteilen teils noch ausgeprägter als in Deutschland!, sagte Kuhn. So habe er zum Beispiel das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel in Süditalien erlebt. Nach dem feierlichen Hochamt wurde vor der Kirche wie auf einem Volksfest zu Ehren der Mutter Gottes weitergefeiert. Anschließend stellte Bernhard Kuhn in einer Meditation ein Dorf auf der portugiesischen Insel Madeira vor: Platz und Straßen sind bereits mit Girlanden geschmückt. Die  Menschen wollen diese Woche mit Maria feiern, Samstag Feuerwerk, Sonntag Prozession mit viel Musik. Und bis dahin Novene. Neunmal schallt zur Feierabendzeit Gebet und Singen aus der Kirche, dank der Lautsprecher auch die Hänge hinauf ins Dorf. Salve Regina…-jeden Tag ein nächster dieser alten Verse, der gespiegelt wird im Leben heute. Lächelnd nimmt Maria, die mit Kind im Arm als Statue in der Kirche steht, die Grüße, Dank und Bitten an. Wochenends ist nach dem Gottesdienst ein Fest, die Menschen tanzen ausgelassen, singen, klatschen, als gäb’s kein Morgen mehr. Die Woche darauf schließlich wird Maria durch die Straßen getragen. Sie öffnet allseits mit der Rechten ihren Mantel allem, was geborgen werden will, und trägt im linken Arm ihr Christuskind. Maria kennt die Sorgen derer, die ihr anvertraut sind, denn sie tragen sie ihr alle Tage vor. Sie weiß genau, wie mühevoll das Leben sein kann. Heute aber ist das Leben schön, denn heute feiern alle, und Maria feiert mit. Die Meditation hat Bernhard Kuhn immer wieder mit bekannten Marienliedern, die die Herzen der Gläubigen aufrütteln, unterbrochen. Die Andacht wurde mit den schönen Grüssauer Marienrufen und der „Maria Maienkönigin“ beendet. An der Orgel war Diplom-Kirchenmusiker Christian Bauer.