Maria - Königin des Friedens

Generation ist am Tiefpunkt angelangt, das belegt eine Studie „Jugend in Deutschland 2024“. Sie dokumentiert eine tief sitzende mentale Verunsicherung mit Verlust von Vertrauen in die Beeinflussbarkeit der persönlichen und gesellschaftlichen Lebensbedingungen.
Liebe Schwestern und Brüder,
Maria – Königin des Friedens. In der Lauretanischen Litanei – 1917 vom damaligen Papst Benedikt XV. erweitert - wird Maria als die Königin des Friedens angerufen. Was kann uns Maria heute morgen für unser Leben und unsere Welt sagen?
a) Maria begleitet Jesus, den Fürst des Friedens, auf dem Weg und hört die Botschaft des Friedens, die ihr Sohn verkündet: „Friede sei mit euch!“ Dieser Friede ist eine Zusage, ein Zuspruch, den wir in jedem Gottesdienst immer wieder neu hören und in unsere Herzen aufnehmen dürfen; und bedeutet vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen ruhig und friedvoll im eigenen Herzen zu bleiben: „Selig, die Frieden stiften!“ Wie ist das Maria gelungen? Sie war Zeit ihres Lebens zutiefst mit Jesus Christus und seiner Liebe verbunden und ganz auf ihn, den Fürst des Friedens, ausgerichtet, was ja das Hauptanliegen jeder christlichen Gemeinde und auch unseres Seelsorgebereiches Hofer Land sein sollte: Die Verbundenheit mit ihm und das Bleiben in ihm und der Glaube an ihn, von dem es in der Schrift heisst, dass ER unser Friede ist, und dass er uns seinen Frieden gibt. So ist Maria selbst Botin und Brückenkopf des Friedens. Deshalb rufen wir: Maria, Königin des Friedens – bitte für uns.
Maria – Königin des Friedens. Was kann uns Maria heute morgen für unser Leben sagen?
b) Maria war ein versöhnter, friedfertiger Mensch. Wenn man so die Schrifttexte betrachtet, dann war sie stets bemüht, eine Eskalation zu vermeiden. Beispiele gibt es hierfür genug: Auf der Suche nach Jesus, sagt er zu seinen Eltern fast provokativ „Warum habt ihr mich gesucht?“ Oder: Als Maria und die Brüder Jesu vor dem Haus stehen und ihn nach Hause holen wollen, stößt Jesus seine Familie fast vor den Kopf und sagt unmissverständlich: „Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.“ (Lk 8,21). Maria ermutigt uns zu Werken des Friedens und lässt uns zu Zeugen des Friedens werden. Wie gelingt uns das? Wenn wir um Frieden beten und Maria um ihre Fürsprache bitten, dann ist das Gebet selbst eine Quelle des Friedens: Hören und Verstehen! Das ist nicht leicht: Hören und Verstehen! Das Gebet, die Stille, das vertrauensvolle Gespräch mit Gott, schenkt selbst inneren Frieden und auch gleichzeitig Ermutigung, das Machbare zu tun, und das Unmögliche Gott anzuvertrauen: „Denn für Gott ist nichts unmöglich!“ Das Machbare, selbst für den Frieden einzutreten, nicht zu spalten und zu trennen, sondern konstruktiv und kommunikativ und kreativ Brücken zu bauen und Einheit zu stiften. Das Ziel: Friedens- und Brückenbauer sein, jede/jeder auf seine Weise, wenngleich alles Stückwerk ist und bleibt. Jeder Tagesrückblick könnte die Reflexionsfrage beinhalten: War ich heute ein Werkzeug deines Friedens? Und das Unmögliche Gott anzuvertrauen, wenn Abrüstung und Verständigung nicht mehr funktionieren und wir ohnmächtig sind, weil die Spirale von Gewalt und Waffen endlos sich weiter zu drehen vermag, weil die Angst wächst vor einer nuklearen Katastrophe. Unser Glaube ist mächtiger als jede Patrone: Unser Leben ist und bleibt in Gottes Hand. In unseren Träumen vom Frieden rufen wir: Maria, Königin des Friedens- bitte für uns.
Maria – Königin des Friedens. Was kann uns Maria heute morgen für unser Leben sagen?
c) Wie Maria von Gott in den Himmel, in die Liebesbeziehung von Vater, Sohn und Heiliger Geist, ganz aufgenommen und gekrönt wurde, so haben wir alle Anteil an dieser Liebe des dreifaltigen Gottes. „Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen“ Eine Familie bedankte sich beim Trauergespräch, dass ein pastoraler Mitarbeiter rufbereit und präsent war, um in dieser schweren Stunde des Abschiednehmens Beistand zu geben. Viele Dienst, die von Frauen und Männer geleistet werden, schenken den Sterbenden und den Hinterbliebenen Trost, bis hin zum Kreuzträger auf dem Friedhof. Ein Trost, der im Augenblick, wo der Mensch die oft friedlose Welt verlässt und Abschied nimmt, Vertrauen schenkt, um in den ewigen Frieden des Reiches Gottes einzugehen. Das ist das eigentliche Ziel unserer Sehnsucht und der Aufforderung eines Bibelverses: „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Möge Maria, die Königin des Friedens, uns stets auf diesem Pilgerweg der Hoffnung begleiten, bis wir einmal durch das Tor des Todes zum ewigen Frieden gelangen. Deshalb rufen wir: Maria, Königin des Friedens –bitte für uns.
Liebe Schwestern und Brüder,
ich verstehe den heutigen 1. Maifeiertag als Ermutigung: Denn wer möchte nicht in Frieden leben? Maria – Königin des Friedens gibt hierzu eine Perspektive, um mit der Botschaft des Friedens vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen. „Maria, Königin des Friedens, du hast der Welt das wahre Licht geschenkt, Jesus, deinen Sohn — Gottes Sohn. Du hast dich ganz dem Ruf Gottes überantwortet und bist so zum Quell des Friedens geworden, der aus ihm strömt. Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm. Lehre uns ihn kennen und ihn lieben, damit auch wir selbst Liebende und Quelle lebendigen Wassers werden können inmitten einer dürstenden Welt.“ Amen.