Maiandacht der Kolpingfamilie in Zell/Fichtelgebirge


1) Heute Abend nehmen wir Maria in den Blick. In der Zeit des öffentlichen Wirkens Jesu wird sie so Mitte /Ende 40 gewesen sein. Zur damaligen Zeit eine eher ältere Frau
2) In den Evangelien, die uns überliefert sind, sagt Maria gar nicht so viel. Sie braucht nicht die große Bühne, sie sucht nicht die besondere Rolle, sie braucht nicht das Rampenlicht. Ihr wird all dies zugesprochen- von Gott selbst, der sie auserwählt und berufen hat. Maria wird vielmehr beschrieben, z B. sie bewahrte alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Es sind wirklich nicht viele Worte, die uns von Maria überliefert sind.
3) Heute hören wir zwei Sätze, ganz kurz und knapp. „Sie haben keinen Wein mehr.“ Was andere denken über diese peinliche Situation, was andere hinter vorgehaltener Hand tuscheln, spricht Maria offen aus. Sie bringt die Realität offen ins Wort. „Sie haben keinen Wein mehr.“ So ein Satz sitzt, weil man sich oft der Wirklichkeit verschließen oder sie vielleicht nicht wahrhaben möchte. Wir kennen das im Leben. Aber wenn es einmal ausgesprochen ist, fühlt man sich befreit. Die Karten liegen auf dem Tisch, weil es jetzt darum geht, mit der Not, mit Krankheit, mit Leiden, mit dem Kreuz umzugehen. Auf diese Weise macht sich Maria auch zur Fürsprecherin der Brautleute: Sie haben keinen Wein mehr. Schauen wir zu, wie wir diese Leute aus der Patsche helfen und unter die Arme greifen, damit die Freude des Festes und er Gemeinschaf nicht verloren geht.
4) Maria, sagt noch einen zweiten Satz: „Was er euch sagt, das tut.“ Sie verweist auf den Größeren, ihm zu vertrauen und zu trauen, sein Leben anzuvertrauen. Maria muss dabei eine Autorität gewesen sein, so dass man ihr zuhört und Glauben schenkt. Diese Autorität ist ihr geschenkt, diese aber auch nicht auszunutzen oder gar zu missbrauchen. „Was er euch sagt, das tut.“ Mit ihrem ganzen Leben verweist sie auf Jesus: Retter, Erlöser und Heiland.
5) Zwei treffende Sätze genügen, das Wenige genügt oft, um Wirksamkeit zu erzeugen. Maria lädt uns ein, auf das Wenige zu achten und zu hören, was gerade uns die ältere Generation ans Herz legt.
6) Der Dienst Mariens endet hier. Sie verschwindet aus dem Lichtkegel der Erzählung voll und ganz und taucht erst wieder unmittelbar vor der Vollendung der Sendung Jesu in seinem Kreuzestode auf.
7) Ich mag eigentlich dieses Evangelium gar nicht so sehr, weil Jesus seine Mutter Maria erst einmal schroff zurückweist: „Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Ein Dissenz, eine Abwehrhaltung, die sich auf als Mißverständis auflöst, weil Jesus etwas ganz Neues schafft, das alle Erwarten übertrifft. Der Evangelist Johannes möchte Jesus in dieser Rolle sehen: Jesus der als der Erhöhte über allem steht und sich in den Zeichen und Wundern offenbaren möchte, damit die Menschen zum Glauben in ihn kommen.