Kirchweih und Festakt zum 10-jährigen Jubiläum des Stadtpfarrers Andreas Seliger

"Verklärung Christi- Naila" feiert Kirchweih. Aber nicht nur! Höhepunkt war ein Festakt zum 10. Jahrestag der Ernennung von Dekan Andreas Seliger zum Pfarrer des Altlandkreises Naila. Viele Ehrengäste darunter u.a. Landrat Oliver Bär, Erster Bürgermeister Frank Stumpf, der evangelische Dekan von Naila Andreas Maar, Altbürgermeister Hannsjürgen Lommer sowie verschiedene kirchliche Repräsentanten gaben dem Stadtpfarrer die Ehre.
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes lag in den bewährten Händen von Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer, der mit seiner Tochter, der Sängerin und Autorin Lea Stühlmeyer eine Messe für Solostimme und Orgel des englischen Komponisten Robert Jones aufführte. Nicole Wagner, eine Studienkollegin des Dekans sang des Ave verum von Wolfgang Amadeus Mozart. Nach dem großen Einzug des liturgischen Dienstes mit Dekan Andreas Seliger und seinen Konzelebranten Sven Raube, Pfarrer von Lahm mit Effelter, Wilhelmsthal und Friesen, Ignacy Kobus, Pfarrvikar aus dem Pfarreienverbund St. Heinrich im Dekanat Hof, EGR Hans-Peter Kunert aus Schillingsfürst und den Ministranten begann das feierliche Hochamt. Zu Beginn sangen Gemeinde und Kantorin im Wechsel das von Joseph Mohr getextete und komponierte Lied, das wohl in keinem Kirchweihgottesdienst fehlen darf: „Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land. Aus ew‘gem Stein erbauet von Gottes Meisterhand. Gott wir loben dich! Gott wir preisen dich! O lass im Hause dein uns all geborgen sein.“ ,ein Lied, das Freude, Zuversicht, Preis und Dank ausstrahlt. Diese vier Attribute konnte man auch aus der von Herzen kommenden und zu Herzen gehen Festpredigt des Ausbildungspfarrers von Andreas Seliger, EGR Hans-Peter Kunert, heraushören.
"Der Pfarrer soll Freude am Glauben machen. Eine Freude die in uns wirkt, und die wir an andere ausstrahlen. " so der Tenor des Festredners. "Unser Glaube ist etwas Frohes. Unser Glaube ist etwas Frohmachendes. Und um froh zu sein braucht es nichts anderes als den tiefen Glauben." EGR Hans-Peter Kunert benannte aber auch die "derzeit dunklen Wolken" , die sich über der deutsche Kirche zusammenbrauen. Als er von seinen Mitbrüdern gefragt wurde, ob das noch die Kirche sei, auf die sie sich 1991 haben weihen lassen, antwortete er mit einem "Nein". "Nein, das ist nicht mehr unsere Kirche von 1991". Die Auswirkungen der Umstruktuierungen seien spürbar, bedauerte der Geistliche. Aus Pfarrgemeinden wurden Seelsorgebereiche, das heißt aber nichts anderes als eine Zentralisierung und Gleichschaltung, gewürzt mit Komponenten aus der Wirtschaft. Aber die Kirche sei kein Wirtschaftsunternehmen. Es ist und bleibt die Kirche Jesu Christi. Es mangelt immer wieder an der Grundlage, nämlich an Personal und an Geld. Und wenn es an der Grundlage mangelt, seien auch die Lösungen mangelhaft, gab Pfarrer Hans-Peter Kunert zu bedenken. Manche sehen im Synodalen Weg eine Lösung aus der Krise, fuhr der Redner fort. Doch viele sehen diesen Synodalen Weg auch als Irrweg an. Ein namhafter deutscher Schriftsteller habe kürzlich formuliert, die deutsche Kirche stehe kurz vor dem Zusammenbruch, und nur ein kleines Häufchen werde übrig bleiben. Und das müsse standhaft bleiben. Die Freude, die aus dem Glauben kommt, hänge aber nicht von den äußeren Umständen ab, fuhr der Redner fort und nannte 10 Positionen, die die Pfarrer in ihrem Dienst ermutigen sollten „Zehn“ deswegen, weil Dekan Andreas Seliger sein 10-Jähriges feiert, fügte Kunert schmunzelnd hinzu. Der Haupttenor sei: „Gott in den Mittelpunkt stellen.“
1.Der Pfarrer stellt Gott in den Mittelpunkt.
2. Der Pfarrer soll für Neues offen sein und bleiben.
3. Der Pfarrer soll Menschen motivieren. "Frag nicht, was die Kirche für dich tut, sondern was du der Kirche tust !!!".
4. Der Pfarrer soll vorwärtsgewandt leben.
5. Der Pfarrer ist als Leiter der Gemeinde eingesetzt, nicht als Pfarrherr und Machthaber. Er muss sich bewusst sein, dass seine Wünsche in der Pfarrei oft nicht kritiklos umgesetzt werden.
6. Der Pfarrer soll den Glauben der Kirche verkünden. Der Glaube sei eine Vielfalt in der Einheit, und diese Vielfalt sei möglich, wenn die Einheit nicht gefährdet wird.
7. Der Pfarrer ist kein Einzelkämpfer und Tausendsassa. In einer Gemeinde gäbe es viele Charismen, und der Geist teile schon jedem seine Aufgabe zu!
8. Der Pfarrer verkündet keine weichgespülte Botschaft. Es ist kein "netter christlicher Glaube" sondern Frohbotschaft die wir leben und verkünden.
9. Der Pfarrer soll in seiner Arbeit auf, aber nicht untergehen und dafür auch, als Geschenk Gottes, einen Ruhetag einlegen..
Und 10. Der Pfarrer soll Freude am Glauben machen. Eine Freude die in uns wirkt, und die wir an andere ausstrahlen. Soweit die emotionale Festpredigt, die wohl für alle Gottesdienstbesucher, insbesondere für den Jubilar ein besonderes Geschenk war.
Am Schluss des Gottesdienstes meldeten sich verschiedene Persönlichkeiten zu Wort, die Dekan Andreas Seliger alles Gute und Gottes reichen Segen für sein weiteres seelsorgerliches Wirken wünschten und ihm für die gute Zusammenarbeit dankten. In der Reihe der Gratulanten waren Landrat Dr. Oliver Bär, der evangelische Dekan Andreas Maar, stellvertretende PGR-Vorsitzende aus Bad Steben Petra Lessner , Marianne Kraus von der Gymnastikgruppe sowie eine Sprecherin der Hofer Tafel, die einmal wöchentlich in der Nailaer Pfarrei logiert. Erster Bürgermeister Frank Stumpf überbrachte Grüße des Stadtrates und aller Bürgermeisterkollegen aus Bad Steben, Schwarzenbach, Selbitz und Schauenstein. "Sie haben in den letzten 10 Jahren viel bewegt, verändert, angepasst weiterentwickelt und erlebt!", sagte das Nailaer Stadtoberhaupt. „Die Gewissheit unseres Glaubens richtet unseren Blick weg von den Bedrückungen des Alltags, sondern nach vorne, nach oben, auf Jesus Christus. Sie geben diesen Blick und das gute Gefühl an uns alle weiter mit Ihrem Tun, Ihren Gottesdiensten und dem Segen, dem Sie uns alle zuteil werden lassen." Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Naila, Schwarzenbach, Selbitz mit Schauenstein, Manuel Beck, findet es schön, dass Dekan Andreas Seliger keinen gläubigen Menschen, der auf der Suche nach Gott ist, allein lässt, sei es beim Besuch, im Gespräch, im Gebet oder während der heiligen Messe. „Wir alle, die wir hier sind, sind Teile unserer Kirche," betonte der PGR-Vorsitzende, „geben Sie auch den Menschen Raum, die in ihrem Leben ausgegrenzt worden sind, z. B. Geschiedene, Ausgetretene oder Personen, die eine andere Lebensform leben!" Nach all den lieben Grußworten gab es für Dekan Andreas Seliger eine besondere Überraschung: Die „Regenbogenkinder“ die mit ihren Erzieherinnen gekommen waren, erfreuten ihn mit einem liebevollen „Ständchen“ und wünschten ihm in ihrer unbeschwerten kindlichen Art und Weise alles Gute und Gottes reichen Segen. Der Jubilar, überwältigt von dem großen Strom menschlicher Zuneigung und Wertschätzung, bedankte sich bei allen, die sich an der Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten beteiligt haben, bei allen Ehrengästen und Gottesdienstbesuchern, und nicht zuletzt bei seiner Sekretärin Christiane Katzenberger, die zusammen mit ihm auch ihr 10-jähriges Ortsjubiläum in Naila feiert. Im Anschluß waren alle zu einem Empfang am Kirchplatz eingeladen.








