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„Kirchen sind Hinweisschilder auf Gott“

70 Jahre Maria Hilf Selbitz
Datum:
Veröffentlicht: 27.9.22
Von:
Bernhard Kuhn

Die katholische Gemeinde „Maria-Hilf“ in Selbitz feierte Kirchweih. Am 21. September 1952, wurde die kleine "Maria- Hilf –Kirche“ von Erzbischof Josef Kolb feierlich eingeweiht. Jetzt, 70 Jahre später, feierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick im Rahmen seiner Pastoralbesuche zusammen mit Stadtpfarrer Dekan Andreas Seliger in diesem schmucken Kleinod des Frankenwaldes einen Festgottesdienst.

Der katholische Kirchenchor unter der Leitung von Christian Werner mit Diplom-Kirchenmusiker Christian Bauer an der Orgel umrahmte die feierliche Handlung mit einfühlsamen, dezent abgestimmten Weisen wie „Wunderbar bist du o Herr“, „O Sonne des Heils“, „Ave Maria“ u.a.

Stadtpfarrer Dekan Andreas Seliger und Kirchenverwaltungsmitglied Otto Dötterl begrüßten den hohen Gast aus Bamberg mit einem Willkommensgeschenk. Otto Dötterl überreichte eine sogenannte „Schanz“, früher gefertigt von den Schwarzensteiner Schanzenbindern, gefüllt mit originären Spezialitäten aus Selbitz und der Region, darunter verschiedene Wurstsorten, Schinken, Rindfleischwurst, Schlappenbier aus Hof, ein Schal von einer weltweit liefernden Firma aus Wüstenselbitz, Rosenkränze von einer Pfarrangehörigen aus Döbra und vieles mehr. Otto Dötterl wünschte dem Oberhirten aus Bamberg guten Appetit und ein „Prost“ beim Verzehr dieser Spezialitäten. Erzbischof Dr. Ludwig Schick freute sich über die freundliche Begrüßung und über die „Schanz“ mit lukullischen Köstlichkeiten. In seiner Ansprache brachte der Bamberger Oberhirte seine Freude zum Ausdruck zusammen mit der Gemeinde dieses 70-jährige Jubiläum der Kirche „Maria- Hilf“ begehen zu dürfen. „Diese Kirche wurde geweiht für Menschen, die aufgrund ihres Wohnortes zu ihr gehören oder sie sehen und besuchen. Für diese sollen Kirchen Hinweisschilder auf Gott, Wohn- und Werkstätten Jesu Christi und Schulen christlichen Glaubens sein, wo Güte, Barmherzigkeit und Wohlwollen, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe gelernt würden“. Jede Kirche soll nach Worten von Erzbischof Ludwig Schick für alle Menschen ein geistliches Zentrum sein. Dort solle der Geist Gottes leben und die Seele erheben, „Kirchen weisen auf Gott hin, der Vertrauen und Hoffnung schenkt“, so der Erzbischof. Das sei gerade in der gegenwärtigen Zeit, die von Krisen und Herausforderungen geprägt sei, besonders wichtig. „Die Gefahr des Pessimismus und der Resignation ist groß und greift um sich“, sagte Schick und wies auf den Krieg in der Ukraine und an anderen Orten der Welt hin sowie auf die Energieverknappung und den Klimawandel. „Gerade in psychisch belastenden Zeiten sind Vertrauen und Hoffnung wichtig“, fuhr der Erzbischof fort. „Kirche ist Hinweis auf Gott, der uns nicht fallen lässt, sondern uns trägt und gute Zukunft für uns bereithält. Der Glaube an diesen Gott ist so wichtig wie das tägliche Brot.“ Zum 70. Kirchweihjubiläum sagte Schick: „Wir dürfen dankbar sein für alles, was unseren Vorfahren in dieser Kirche geschenkt wurde und uns heute geschenkt wird. Deshalb danken wir den Erbauern. Wir denken an die Kirchenpfleger und Kirchenverwaltungen. Sie haben sich für den Erhalt dieses Gebäudes bis heute eingesetzt. Wir danken allen, die die Kirche zu einem geistlichen Zentrum gemacht haben, das sind die Pfarrer und Priester, aber längst nicht nur. Dazu gehören die Lektoren, Kommunionhelfer, Ministranten, Mesner, Organisten, Chöre und Pfarrgemeinderäte. Sie alle sind wichtig für die Kirche als geistliches Zentrum, damit der Geist Jesu Christi lebendig wird und bleibt zum Heil und Frieden der Menschen. Wenn wir dankbar auf diese Kirche als geistliches Zentrum zurückblicken, dann wird es eine Selbstverständlichkeit sein, sie zu bewahren für die nachfolgenden Generationen.“, schloss der Bamberger Oberhirte seine einfühlsame Predigt.

Zum Schluss des Gottesdienstes dankte Dekan Andreas Seliger dem Bischof für diesen festlichen Gottesdienst. Er dankte ferner allen Gottesdienstbesuchern , und nicht zuletzt allen, die zu einem guten Gelingen des Kirchweihfestes beigetragen hätten, insbesondere dem Chor und Organisten sowie den fleißigen Helferinnen und Helfern, u.a. Evi Beck, Brigitte Proksch, Marie Schöffel, Ilse Knopf, Gerhard und Manuela Völkel. Dem Festgottesdienst ging ein Pfarrnachmittag bei Kaffee Kuchen im Pfarrsaal voraus, und nach dem Gottesdienst gab es die Möglichkeit zur Begegnung mit dem Erzbischof bei Sekt und Knabbereien. Damit ging ein markantes Fest in der Selbitzer Kirchengeschichte zu Ende.

70 Jahre Maria Hilf Selbitz
70 Jahre Maria Hilf Selbitz
70 Jahre Maria Hilf Selbitz
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70 Jahre Maria Hilf Selbitz
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