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Interview mit Leitendem Pfarrer S. Fleischmann zum Stellenwechsel von PV Schiller

90. Geburtstag Hautmann
Datum:
Veröffentlicht: 23.5.24
Von:
Pfarrer Stefan Fleischmann
Aus der Frankenpost
Logo SSB Hofer Land

Worin hat sich Sebastian Schiller besonders ausgezeichnet, als Pfarrvikar wie auch als Mensch – was mochten die Gemeindemitglieder an ihm, was werden sie vermissen? Erreichte er besonders die jungen Gläubigen – oder alle? Gab es besondere Meilensteine während seiner Zeit bei uns im Hofer Land?

Pfarrvikar Schiller wird im Seelsorgebereich Hofer Land und ganz besonders in der Region Münchberg sehr geschätzt. Nicht umsonst, ist er doch sehr fleissig, verantwortungsbewusst und zuverlässig. Abgesehen von den Verwaltungsaufgaben, war Sebastian Schiller quasi der „Pfarrer“ von Münchberg, Helmbrechts und Sparneck. Das habe ich immer gespürt, dass die Gemeinden Sebastian Schiller als Seelsorger und Mensch sehr schätzten. Im Brief an die Kirchengemeinden habe ich das nicht umsonst hervorgehoben, dass er uns fehlen wird.

Warum gibt es keine neue Pfarrvikarstelle?

Der Personalplan im Erzbistum Bamberg sieht eine Stellenreduzierung von Priester- und Pastoralstellen bis 2030 vor. Davon sind alle Seelsorgebereiche im Erzbistum Bamberg betroffen. Wie in anderen Bereichen auch haben wir in der katholischen Kirche einen sog. „Fachkräftemangel“. Wir haben leider zu wenige Priester und zu wenige Frauen und Männer im pastoralen Dienst. Auf der anderen Seite sind wir dabei, sog. Entlastungs- und Unterstützungssysteme im Erzbistum Bamberg aufzubauen, z. B. im Verwaltungsbereich. Davon profitieren alle Regionen unseres Seelsorgebereichs, z B. die Pfarrbüros vor Ort, die Kirchenverwaltung und Kita (Münchberg).

Welche Aufgaben werden umverteilt?

Wir stehen vor einem Umbruch, uns im pastoralen Team neu aufzustellen. Mit dem Stellenwechsel von GR Lisa Maria Eberhard im vergangenen Jahr ist uns auch diese Stelle nicht besetzt worden. Das ist für uns alle nicht einfach, das schmerzt! Ich bin sehr dankbar, dass Pastoralreferent Sebastian König die Aufgabe als Gemeindeansprechpartner für Münchberg, Helmbrecht und Sparneck angenommen hat. Das schafft Sicherheit und Vertrauen für alle Beteiligten. Desweitern wollen wir die jeweiligen Gremien mit einbeziehen, wenn z. B. eine für den Seelsorgebereich aufeinander abgestimmte Gottesdienstordnung erstellt wird. Diesbezüglich bin ich guten Mutes, dass wir Umbrüche und Übergänge miteinander gut besprechen und meistern. Veränderungsprozesse begleiten uns ein Leben lang, die kreativ gestaltet – und in der Rückbesinnung auf das Eigentliche und Wertvolle - auch zu einem Neuaufbruch führen können. Freilich ist jede Veränderung mit einem gewissen Abschied und Schmerz verbunden. Wenn wir auf unser Leben schauen, dann ist das so! Als Christen glauben wir an einen Gott, der uns als pilgernde Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes begleitet und stärkt. Alleine wäre das sowieso nicht zu bewerkstelligen.

Was sind aktuell die Sorgen und Nöte der Gläubigen? Bemerkt man einen Wandel verglichen mit den letzten Jahren und Jahrzehnten? Bei allen Sorgen, dominiert die Hoffnung?

Ein großes Anliegen ist die Erhaltung der Kirchengemeinden vor Ort und die Feier und Weitergabe des christlichen Glaubens. Das ist ein berechtigtes Interesse, das ich vollkommen teile. Mit der Gesamtkirchengemeinde Hofer Land haben wir grds. Strukturen geschaffen, dies zu ermöglichen, damit keine Kirchengemeinde hinten runterfällt. Dafür stehe ich als leitender Pfarrer im Seelsorgebereich. Voraussetzung ist ein gutes Miteinander und Füreinander von Haupt- und Ehrenamtlichen, damit Kirche vor Ort ein Gesicht und Anziehungskraft behält. Personalität, Solidarität und Subsidiarität spielen dabei eine wichtige Rolle. Ich habe schon vor 40 Jahren als Oberministrant die Erfahrung gemacht: Kirche lebt und bleibt vor Ort lebendig, wenn sich viele Menschen mit ihren Charismen, Fähigkeiten und Talenten zum Aufbau und zum Heil der Gemeinde einbringen.

(Quelle: Frankenpost)