Interview mit Frankenpost zum Stellenwechsel des leitenden Pfarrers

- Seit wann sind Sie leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Hofer Land?
Ich bin seit Herbst 2021 leitender Pfarrer im katholischen Seelsorgebereich Hofer Land. Ich kann mich noch gut an meinen Einführungsgottesdienst erinnern, der festlich und herzlich gestaltet war. Aufgrund der Coronavorschriften war allerdings anschließend keine Begegnung möglich. Das hat wirklich weh getan und hat meinen Start im Hofer Land anfangs erschwert, mit den Gemeindemitgliedern und Gremienvertretern in Kontakt zu kommen und in eine Beziehung einzutreten.
- Seit wann wissen Sie, dass Sie künftig als Hochschulpfarrer in Erlangen arbeiten werden?
Offiziell ist es seit 10. März 2026. Es war mir wichtig, dass den Stellenwechsel zunächst meine engsten MItarbeiterinnen und Mitarbeiter von mir ganz persönlich erfahren, dann die Kirchengemeinden und Gremien unseres Seelsorgebereichs. Ich habe hinsichtlich meines Stellenwechsels bisher viel Verständnis und Wohlwollen erfahren, wofür ich sehr dankbar bin.
- Mit welchem Gefühl gehen Sie aus dem Hofer Land weg?
Abschiede gehen mir immer zu Herzen, denn es heisst, von Vertrautem loszulassen; wenngleich wir Priester bzw. Pfarrer wissen, die Gemeinden sind uns immer nur auf Zeit anvertraut: Es ist alles nur geliehen. Das gilt bis an das Lebensende, auch versöhnt mit sich und den Mitmenschen Abschied zu nehmen und etwas Neues zu wagen. Für mich als leitenden Pfarrer bedeutete das ganz konkret, diese geschenkte Zeit in den Bereichen Pastoral und Verwaltung nachhaltig zu gestalten. Natürlich läuft in den großen Veränderungsprozessen in Kirche und Gesellschaft nicht alles am Schnürchen; Verantwortungsträger sind heute mehr denn je darauf angewiesen, dass man ihnen gegenüber Nachsicht übt. Aber insgesamt schaue ich sehr zufrieden und dankbar zurück.
Ich habe Hof und die ganze Region „Hofer Land“ sehr schätzen gelernt und liebgewonnen. Es ist kein Geheimnis, dass mein Lieblingsort der Untreusee ist. Hier sind auch viele Ideen und Predigten entstanden. Hier habe ich in der Stille und im Gebet immer wieder Kraft und Mut schöpfen können. Ich kann sagen, ich habe hier auch ein Stück Beheimatung gefunden, die mir geschenkt wurde, die ich mir aber auch ein stückweit erarbeitet habe, indem ich mich den Menschen und der Landschaft, seinen Herausforderungen und Sorgen geöffnet habe.
- Die Stelle ist bereits neu ausgeschrieben. Das heißt: Die Nachfolge ist noch nicht offiziell geklärt?
Kirche ist in dieser Hinsicht wie eine Behörte oder ein Unternehmen. Auch hier gibt es transparente Bewerbungsverfahren. Wir hoffen natürlich auf Bewerber, denn schließlich lässt es sich in dieser ehemaligen Grenzregion gut leben und arbeiten.
- Die Verabschiedung findet am 19. Juli statt. Wann ist offiziell Ihr letzter Arbeitstag im Hofer Land?
So richtig habe ich meinen Urlaub noch gar nicht geplant. Die Pfarrgemeinde bzw. der Seelsorgebereich haben erst einmal Vorfahrt, die Projekte gut abzuschließen und den Übergang gut zu gestalten. Ich bin nicht auf der Flucht, sondern bin mit ganzen Herzen bis zum 31.08.2026 da. Immer wieder schlagen jetzt Themen auf, die noch bearbeitet werden müssen.
In der Pressemitteilung werden „angestoßene bzw. begonnene Projekte“ angesprochen, die nach Möglichkeit zum Abschluss gebracht werden sollen“. Können Sie Beispiele nennen?
Z. B. wird in dieser Zeit noch die neue KITA St. Marien im Bahnhofsviertel vollendet und gesegnet, worüber ich sehr froh bin, dass wir – das Erzbischöfliche Bauamt, die Stadt Hof und die Gesamtkirchenverwaltung - das Projekt in dieser nicht einfachen Zeit hinbekommen haben. Es ist alles heute nicht selbstverständlich, wenngleich die Erwartungshaltung oft sehr hoch ist. Aber wir wollen als christliche Kirche unseren gesellschaftlichen Beitrag dazu leisten, innerhalb unserer Religionen, Konfessionen und Kulturen Brücken zu bauen, und dabei unsere christlichen Werte und Haltungen zu leben und weiterzugeben. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir Katholiken im Bahnhofsviertel dahingehend einen Akzent setzen.