Ich werde euch Ruhe verschaffen

Endlich ist sie da, die Ferienzeit. Besonders die Kinder haben sie lange herbeigesehnt, und viele von uns Erwachsenen haben sich in diesen Wochen auch ein paar Tage Urlaub genommen. Eine kleine Auszeit von unserem Alltag, die wir alle von Zeit zu Zeit dringend brauchen.
Doch irgendwie fällt es mir ehrlich gesagt schwer, in der derzeit aufgeheizten Stimmung richtig abzuschalten und neue Kräfte zu sammeln. Zu viel ist in den letzten Jahren durcheinandergekommen, und zu viel kommt jede Woche dazu. Man scheint dauernd auf neue Umstände reagieren zu müssen und man fühlt sich oft hilflos.
In der Bibel begegnet uns an vielen Stellen eine ähnliche Lebenssituation. Die Menschen in Israel leben fremdbestimmt zur damaligen Zeit. Sie wünschen sich sehnlichst eine große Veränderung, um in Ruhe leben zu können. Sie wünschen sich eine grundlegende Verbesserung ihrer Lebensumstände. Deshalb treten zur damaligen Zeit viele Propheten und Erlöser, Unruhestifter und Rebellen auf, die ein Rezept für die Erlösung Israels haben.
Im Matthäusevangelium im elften Kapitel fragen die Jünger deshalb: „Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Und Jesus antwortet: „Kommt alle zu mir, die ihr schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen.“
Ist es nicht das, was wir uns alle gerade wünschen? Eine Auszeit vom Stress und der Hektik, von den ständig neuen Hiobsbotschaften, die uns umgeben? Ein wenig Ruhe und Kontinuität in unserem Alltag?
Wie wir wissen, hat mit Jesus Christus die Herrschaft der Römer über Israel nicht geendet. Palästina bleibt noch 600 Jahre eine Provinz des römischen Reiches. Die Menschen müssen sich noch mehrere Generationen mit den Lasten dieser schwierigen gesellschaftlichen Konstellation arrangieren.
Und trotzdem hat Jesus den Menschen damals und auch uns heute durch seine Worte und sein Wirken wirklich Ruhe verschafft: Ruhe für unsere Seele, wie es dann bei Matthäus weiter heißt. Jesus war der, der kommen sollte und er hat die Welt für die Menschen bis zum heutigen Tag durch sein Leben und sein Wort verändert.
Die Kraft, die vom christlichen Glauben ausgeht, verändert auch heute noch unsere Welt. So wie damals nicht unbedingt in den äußeren Umständen, aber von innen her. Wir können mit anderen Augen auf unseren Alltag schauen und immer wieder neue Kräfte sammeln für die Stürme unseres Alltags.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie jetzt im August den einen oder anderen ruhigen Moment finden, in Gottes schöner Natur, in einem Gotteshaus oder dass Sie einfach zu Hause neue Kräfte sammeln können. Vielleicht finden Sie in unserer lauten und unruhigen Welt wenigstens einen Augenblick in denen Ihnen deutlich wird, dass Jesus uns Ruhe für die Seele verschaffen kann.