„Heute kann es regnen, stürmen oder schnein; denn du strahlst ja selbst wie der Sonnenschein.“

„Heute kann es regnen, stürmen oder schnein; denn du strahlst ja selbst wie der Sonnenschein.“
Ich sitze am Schreibtisch und unterschreibe Geburtstagskarten. Kinderaugen strahlen am Geburtstag, aber auch viele Augen der Erwachsenen. Bald wird der Gruß der Pfarrgemeinde auf dem Gabentisch liegen.
Haben Sie heute etwa Geburtstag? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch!
Und wenn nicht, dann denken wir an einen lieben Menschen, der in diesen Tagen Geburtstag feiert oder gefeiert hat.
Es lohnt sich einmal, dieses Wort „Geburtstag“ durchzubuchstabieren.
G- wie Gott sei Dank. Wir spüren: Wir haben das Leben nicht selbst in der Hand. Letztlich ist es ein Geschenk: meine Begabungen und Fähigkeiten; die Zeit, die mir gegeben ist; das Vertrauen, sich etwas zu trauen und etwas zu wagen.
Der zweite Buchstabe in unserem Stichwort ist ein E:
E wie Erinnerungen. Ich blättere in meinem inneren Fotoalbum und denke an Menschen in meinem Elternhaus, in der Schule, in der Kirchengemeinde, die mich geprägt und beeinflusst haben. Die Wurzeln sind meine Vorbilder, die mir Werte mitgegeben haben, das, was mir wertvoll geworden ist.
Der nächste Buchstabe in dem Wort Geburtstag ist ein
B – wie Beruf oder Berufung: Ich denke an meine berufliche Laufbahn und meine persönliche Entwicklung. Musste ich immer der Beste, der Schönste, der Erfolgreichste sein? Von wem habe ich was gelernt? Was habe ich daraus gemacht, so dass ich meinen je eigenen Platz und meinen inneren Frieden gefunden habe!
U – wie umblättern. Ein neues Lebensjahr hilft zum Blick nach vorne. Mit dem Umblättern dürfen wir auch manches loslassen und ablegen. Wir dürfen nach vorne blicken – vielleicht auch mit Sorge, was kommt! Jedoch schenkt ein neues, unbeschriebenes Blatt neue Zeit und Möglichkeiten zur Gestaltung. Im Lebensbuch dürfen wir eine Seite umblättern und neue Ziele und Pläne aufschreiben, freilich bleibt auch diese Seite Teil meines Lebensbuches und meiner -geschichte.
R – Reisen oder Ruhen bedeuten. Ich kann im neuen Lebensjahr hoffentlich auch unterwegs sein und etwas Neues erleben, ich kann mich aber auch ab und zu gedanklich auf die Reise begeben – in Ruhe mit einem Buch. Im Alter ist Vieles nicht mehr so möglich: Ich kann das, was ich bisher geschaffen habe, ruhen und wachsen lassen, soz. „den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.“
T –wie Treue. Am Geburtstag denke ich an treue Menschen, aber auch an Texte, die mir andere geschrieben oder erzählt haben. Ich denke auch an Gott, der mir treu geblieben ist, und dem ich mich auch immer wieder im Gebet anvertrauen darf.
S – wie Segen. Ich bin geführt und bewahrt worden. Auch wenn`s nicht immer so leicht war, kann ich sagen: „Unterm Strich war`s gut!“ Die Nähe von liebenden Mitmenschen ist segensreich; aber auch Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, können mich bereichern und mir neu den Sinn des Lebens zeigen.
Und dann der Buchstabe –
T wie Träume und Visionen: Wir leben von Träumen, nach denen wir uns sehnsuchtsvoll ausstrecken, wenngleich uns der Himmel erst am Ende des irdischen Lebens geschenkt ist.
A wie liebende Aufmerksamkeit, alles mit den Augen Gottes zu sehen und begreifen.
G wie Glück
All das wünsche ich den Geburtstagskindern unserer Kirchengemeinde.