Gedanken zum Marienmonat Mai

Da sagte Maria:
Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig (LK 1,46-55)
Maria betet, Ihr Gebet ist ein Lied. Wir hören keine Bitte, nur Preisung und Dank. Hier betet ein Mensch, der erfahren durfte, wie groß Gott ist. Darum lautet das erste Wort: „Meine Seele preist die Größe des Herrn." Das heißt wörtlich: Sie macht ihn groß! Man kann gar nicht groß genug von ihm denken. Er ist immer noch größer! Und wenn wir unser Leben betrachten: Wieviel „Großes" hat er getan in ungezählten Kleinigkeiten. Sein Erbarmen hört niemals auf. Er hat ein Herz für uns alle. Maria weiß um die Nähe Gottes in ihrem persönlichen Leben.
Die Menschen brüsten sich mit Ehre, Reichtum und Macht. Doch am Ende gehen sie leer aus. Von ihrer Größe bleibt nichts. Denn Groß ist für Maria nur Gott. Er steht auf der Seite der Kleinen, seine Brüder sind die Armen, die Hungrigen und Gequälten. Seine Brüder sind die Flüchtlinge, die zu uns ins Land kommen! Maria schließt ihr Gebet mit dem Wort des Propheten Jesaja : „Gott nimmt seinen Knecht an". Gott lässt seine Gemeinde nicht im Stich!
Ja, der Herr lässt seine Gemeinde nicht im Stich. Und er lässt uns auch in unserer Zeit nicht im Stich, die doch ein gewisses Mass an Unsicherheit und Bedrohung in sich birgt, wenn wir nur das Kriegsgeschehen in der Ukraine und im Heiligen Land schauen.
Wie viele Menschen haben das Vertrauen verloren, haben nicht den Mut an die Tür unseres christlichen Herzens, an die Türen unserer Kirchen zu klopfen, wo doch Jesus selbst die Tür ist, die uns ein- und ausgehen lässt.
Die Kraft, die nämlich aus dieser Beziehung zu Jesus Christus erwächst, die Hoffnung, der Trost und die Zuversicht –wird dem erfahrbar, der mit ihm in Verbindung bleibt, in ständiger Verbindung bleibt. Nehmen wir uns doch täglich Zeit uns dem Herrn zuzuwenden. Ich denke, er stellt uns gerade in dieser Zeit mit Nachdruck die Frage, die er damals Petrus gestellt hat: „Simon, liebst du mich?“
Und schließlich hängt es von uns ab ob wir ihm mit bereitem Herzen antworten: „Ja lieber Heiland, du weißt doch, dass ich dich lieb hab!
Er ist die wahre Quelle, die unser Leben speist. Er ist die Quelle, die uns satt macht und die Gewissheit schenkt, dass wir in seinen Händen sehr gut aufgehoben sind.
Gott lässt seine Gemeinde nicht im Stich. Er ist ein Gott der Treue. Und der Sinn unseres Lebens und der Sinn einer Gemeinde muss es sein, von diesem Gott dankbar Zeugnis zu geben, der uns an seine mütterliche und väterliche Hand nimmt, der uns führt, begleitet und eint.