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Gedanken zum Marienmonat Mai

Schutzmantelmadonna im Bode-Museum in Berlin
Datum:
Veröffentlicht: 1.5.23
Von:
Bernhard Kuhn

Der Engel antwortete Maria: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.  Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.“ Da sagte Maria:  „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Danach verließ sie der Engel. ( Lk 1,35-38 )

Maria hat ein Problem: Was will Gott von mir? Nur wenige stellen sich diese Frage. Maria ist unsicher und verwirrt. Sie möchte ganz einfach Klarheit.

Die Antwort Gottes klingt überraschend. Sie bietet kein einsichtiges Rezept, wie der Mensch es sich wünscht; keine Lösung, die alle Probleme menschlich befriedigend löst.

Gott verspricht seinen Geist, die Kraft seines Geistes. Er verspricht diesen Geist jedem, der noch Fragen hat und nicht alles weiß. Jedem, der seine Grenze zugibt und darum über sich selbst hinaus ruft nach Gott, um den Geist! Und das heißt glauben: mit der Kraft dieses Geistes rechnen.

Ein solcher Mensch kann weit mehr, als er sich selbst zutraut. Nicht aus eigener Kraft, sondern aus der Kraft dessen, für den es kein "Unmöglich" gibt.

Glaube ist nämlich: Ermöglichung des Unmöglichen, Aussichten in der Aussichtslosigkeit, Hoffen in der Hoffnungslosigkeit, Tragen des Unerträglichen, Verlieren und dabei gewinnen, Sterben und dennoch leben.

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn!" Ich bin meinem Gott ganz preisgegeben. Ob Armut oder Reichtum, ob Ehre oder Schmach, ob Gesundheit oder Krankheit, ob Erfolg oder Misserfolg, ob langes Leben oder kurzes- Gott soll verfügen nach seinem Willen. Wenn sein Wort geschieht, geschieht unser Bestes. "An mir geschehe dein Wort!"

Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen;

o segne ihn mit holdem Sinn und uns zu deinen Füßen.

Maria dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden. 

O lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden.

(T: Guido von Görres, M: Joseph Mohr)