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Gedanken zum Hochfest "Maria Himmelfahrt"

Decke Chor: Maria Himmelfaehrt
Datum:
Veröffentlicht: 17.8.25
Von:
Bernhard Kuhn
von Bernhard Kuhn

"Wie die Seeleute von einem Stern in den sicheren Hadfen geführt werden, so die Christen von Maria in den Himmel."
Thomas von Aquin (1225-1274)

Im Zentrum des Hochfestes "Mariae Aufnahme in den Himmel" steht die innige Beziehung Marias zu ihrem Sohn. Das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens verkündet, dass für Maria schon jetzt Wirklichkeit ist, was für alle anderen Christen noch aussteht. Sie ist das Bild des erlösten Menschen, in ihr schaut die Kirche das Bild ihrer Vollendung.

Freuen wir uns über das heutige Fest der „Aufnahme Mariens in den Himmel“.

Wir erleben in unserem Glauben das junge Mädchen, das sich ganz in den Dienst Gottes stellt, obwohl sie es nicht versteht und begreift.
Wir erleben sie in guter Hoffnung, die sich zu ihrer Verwandten Elisabeth aufmacht, die ebenfalls ein Kind erwartet, um ihr beizustehen.
Wir erleben nicht nur Solidarität und Fürsorge, sondern auch das Magnificat, das sie uns geschenkt hat.

„Meine Seele preist die Größe des Herrn … die Mächtigen stürzt er vom Thron … und erhöht die Niedrigen.“

Eine Frau wird seliggepriesen über alle Geschlechter.
Und wir erleben Maria als Mutter, die den Sohn nicht versteht und trotzdem sagt: „Was er euch sagt, das tut“.
Wir erleben ihren Mut und ihre Treue am Kreuzweg und unter dem Kreuz. Ihren Schmerz, als sie den Leichnam ihres Sohnes in Händen hält und begraben muss,und schließlich erleben wir eine Frau im Zentrum der Apostel, im Abendmahlssaal in Jerusalem versammelt im Gebet und getragen von der gemeinsamen Hoffnung auf die Sendung des Heiligen Geistes.

Maria ist eine von uns, von der wir gerade deshalb sehr viel lernen können.
Der heilige Franz von Sales war fasziniert von diesem Gedanken, dass Maria selbst in den trostlosesten Stunden ihres Lebens unter dem Kreuz und mit ihrem toten Sohn in den Armen hielt, an der Hoffnung festhielt, dass das jetzt nicht alles sein kann, es muss noch etwas kommen, es muss nach der Finsternis des Todes einen Auferstehungsmorgen geben.

Sind wir also dankbar für dieses Marienfest und erinnern wir uns an das schöne Marienlied, das leider aus unserem Gotteslob verbannt wurde, in dem es heißt:
Milde Königin, gedenke, wie's auf Erden unerhört, dass zu dir ein Pilger lenke, der verlassen wiederkehrt.
Nein, o Mutter! Weit und breit schallt's aus deiner Kinder Mitte: dass Maria eine Bitte nicht gewährt, ist unerhört, unerhört in Ewigkeit!

Und es heißt weiter:
Ach, erhöre meine Worte, führ mich einst zu deinem Sohn; öffne mir die Himmelspforte, dass ich ewig bei dir wohn!
Aufgenommen in den Himmel ist die Jungfrau Maria. Die Engel freuen sich und preisen den Herrn