Fahrzeugsegnung in Helmbrechts


Vor der Fahrzeugsegnung erinnerte Pfarrer Stefan Fleischmann an den hl. Christophorus, der mit dem Stab zu sehen ist und das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss trägt: So wird der Heilige Christophorus in der Ikonographie häufig dargestellt. Denn in der bekanntesten Legende war Christophorus ein Riese. Er trug den Namen Offerus.
Mit seiner Erscheinung erschreckte er die Menschen, die ihm begegneten. Der Riese beschloss, dem mächtigsten Herrscher zu dienen und fing an, ihn zu suchen. Er fand aber keinen. Irgendwann riet ihm ein frommer Einsiedler, dass nur Gottes Macht unbegrenzt sei. Der Riese solle seine Körpergröße nutzen und Reisende über einen Fluss tragen – als Dienst für den Willen Gottes. Gesagt, getan.
Als er eines Tages ein Kind auf die Schulter nahm, um es über den Fluss zu tragen, passierte jedoch etwas ungewöhnliches. Je tiefer Offerus in das Gewässer stieg, desto schwerer schien das Kind zu werden. In der Mitte des Stromes keuchte Offerus schließlich: "Kind, Du bist so schwer, als hätte ich die Last der ganzen Welt zu tragen!"
Das Kind antwortete: "Wie Du sagst, so ist es, denn ich bin Jesus, der Heiland. Und wie Du weißt, trägt der Heiland die Last der ganzen Welt." Am anderen Ufer angelangt, setzte Offerus das Kind ab. Das Kind sagte zu ihm: "Du hast den Christ getragen, von jetzt an sollst Du Christofferus, also Christusträger, heißen."
Pfarrer Fleischmann erläuterte das Bild des Christusträgers. Wir alle sind sozusagen Christusträger, wenn wir gar manches im Alltag aus- und durchhalten: eine Erkrankung in der Familie, ein schwieriger Kollege auf der Arbeit oder auch das eigene "Kreuz", so dass wir uns manchmal selbst im Wege stehen.
"Leben müssen wir vorwärts, das Leben verstehen rückwärtsgewand", so weiter Pfarrer Fleischmann. Erst im Nachhinein können wir oft erkennen: Mir ist eine besondere Kraft zugeflossen; hier wurde mir Hoffnung geschenkt, die mich durchgetragen hat; in diesem Lebensabschnitt war mir Gott besonders nahe.
Anschließend segnete Pfarrer Fleischmann zusammen mit den Minstranten die Fahrzeuge.
"Allen eine gute und sichere Fahrt, gerade jetzt auf den Straßen in der Urlaubs-und Ferienzeit. Bleiben Sie behütet!"