Erzbischof besucht höchstgelegene Kirche im Erzbistum


Es sind fast 70 Jahre her, dass die Marienkirche von der Immerwährenden Hilfe im Jahr 1952 von Erzbischof Josef Kolb geweiht wurde. Seitdem ist dies der erste Bischofsbesuch.
Vor dem Gotteshaus wurde der hohe Gast aus Bamberg bereits von den Ministranten mit Fahnen und Kreuz erwartet bis er endlich mit Dekan Andreas Seliger und dessen Freund aus der Rhön Pastor Dr. Jürgen Kämpf eintraf und unter Orgelklängen von "Ein Haus voll Glorie schauet" in das schöne neu renovierte Gotteshaus einzog. Das Pontifikalhochamt wurde musikalisch neben Volksgesang von einer Männerschola mit Heinz Hahn an der Orgel festlich umrahmt.
Als Ehrengäste waren der evangelische Glaubensbruder Pfarrer Udo Sehmisch, Erster Bürgermeister der Stadt Schwarzenbach Reiner Feulner und stellvertretender Landrat Frank Stumpf gekommen, außerdem Vertreter einzelner Firmen der Renovierungsmaßnahme. "Eure Excellenz, wir begrüßen Sie voll Dankbarkeit und Freude hier in unserer Marienkirche von der Immerwährenden Hilfe!", sagte Dekan Andreas Seliger in seinem Grußwort .“Ihr seliger Vorgänger Erzbischof Josef-Otto Kolb hat vor 70 Jahren diese Kirche der Jungfrau Maria geweiht. Seine Baustiftung habe den vielen Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland eine neue Heimat ermöglicht. "Im Gebet wollen wir auch den langjährigen Hirten und Erbauern der Kirchen, Pfarrer Rudolf Unger und Dekan Johannes Neubauer gedenken.", fuhr Andreas Seliger fort. Als Begrüßungsgeschenk überreichte der Dekan einige Köstlichkeiten aus dem Frankenwald und einen von Klaudia Bodenschatz selbstgeknüpften Rosenkranz aus schwarzen Steinen. „Erzbischof Kolb wurde damals von dem 12-jährigen Mädchen Eva mit einem Gedicht begrüßt, fuhr Andreas Seliger fort. Heute, eine alte Dame geworden, begrüßt Sie Eva Bajon mit dem gleichen Gedicht: "Hell jubeln die Lieder durchs Frankenland und segnend hebt sich die Bischofshand über uns und unser Heimatland!" Der Erzbischof freute sich sehr über die nette Geste und bedankte sich herzlich bei Eva Bajon. Dr. Ludwig Schick predigte nun in der höchstgelegenen Kirche seiner Erzdiözese. Er freue sich in Schwarzenbach am Wald zu sein, sagte er eingangs, Glaube müsse gelebt werden. „Wenn wir Kirchen bewahren und erhalten, dann wollen wir den Glauben an Gott, an Jesus Christus und den guten Heiligen Geist in unserem Leben und unserer Welt bewahren“, sagte Schick. Dass die Kirche in Schwarzenbach vor rund 70 Jahren gebaut, bis heute erhalten und jetzt erneuert wurde, sei Ausdruck dafür, dass der Glaube an Gott lebendig ist und in Zukunft lebendig bleiben soll. In seiner Festpredigt ging der Erzbischof auf den Tagesheiligen, den Apostel Thomas, ein, dessen Botschaft laute, dass Christsein Mut und Entschiedenheit fordert: „Glaube muss gelebt werden, auch gegen Ablehnung und Widerstände. „Wir kommen nur zum Glauben, wenn wir den Glauben tun“, sagte Schick und verwendete einen Vergleich mit dem Sport: „Fußballer wird man nicht, indem man die Regeln studiert und von der Außenlinie die Spiele betrachtet und kommentiert. Fußballer wird man, wenn man aufs Spielfeld geht und mitspielt. So ist es auch mit dem Glauben.“ Das sei die Botschaft von Thomas: „Tut den Glauben, lebt ihn, praktiziert ihn, dann erfahrt ihr, wieviel Vertrauen er euch gibt für euer Leben, wieviel Energie und Kraft, wieviel Trost und Beistand. Der Glaube ist ein großer Schatz für unser Leben. Er gibt Vertrauen auf uns selbst, die Mitmenschen und auf die Zukunft. Er schenkt Hoffnung“, fügte Schick hinzu. „Glaube verbindet uns alle miteinander, die ganze Menschheit, weil Gott uns alle liebt. Unser Glaube schenkt uns Orientierung, letztlich in der Liebe zu Gott und zu jedem Menschen. Die Kirche St. Marien ist im letzten Jahr mit viel Eigenleistung der Gemeindemitglieder renoviert worden. Sie bildet das Herzstück der kleinen katholischen Gemeinde in Schwarzenbach am Wald.
In einem Grußwort überbrachte stellvertretender Landrat Frank Stumpf die Grüße des Landkreises Hof und hieß Erzbischof Dr. Ludwig Schick in der neu renovierten Marienkirche herzlich willkommen.“ Im Herzen des Frankenwaldes sei der Erzbischof auch mit frohem Herzen durch die Gemeinde empfangen worden, sagte er. Die Kirchenfahnen wurden gehisst zur Ehre Gottes . Über den Besuch des Erzbischofs sind hier alle sehr stolz. Frank Stumpf überreichte dem Erzbischof ein Erinnerungsgeschenk und wünsche ihm ein glückseliges 2.Halbjahr, Gesundheit und Gottes Segen. Es schlossen sich weitere Grußworte an. Pfarrer Udo Sehmisch von der evangelischen Gemeinde sind die Gemeinsamkeiten immer wichtig bei allen Unterschieden die es noch immer gäbe. „Es würde mich freuen, wenn wir in geschwisterlicher Verbundenheit für die Menschen, die Gott uns anvertraut lebendige Steine sein könnten!", sage Pfarrer Udo Sehmisch. Als Sprecherin der jungen Generation skizzierte Jule Arndt die abgeschlossene Renovierungsmaßnahme. Erster Bürgermeister Reiner Feulner stellte dem Bischof die Stadt Schwarzenbach mit seinen vielen Ortsteilen vor und freute sich über die gute Zusammenarbeit der Kirchen.
Nach diesem Festgottesdienst wurde der Erzbischof gebeten sich ins Goldene Buch der Stadt Schwarzenbach einzutragen, dem er sehr gerne Folge leistete. Nach diesem sehr schönen Pontifikalgottesdienst gab es auf dem Kirchenvorplatz die Möglichkeit zur Begegnung mit dem Bamberger Oberhirten.
