Erntedank im Seelsorgebereich Hofer Land

Das Erntedankfest gehört zu den ältesten religiösen Festen der Kirche. In der Regel am ersten Sonntag im Oktober dankt der Mensch Gott für seine Gaben. Der Mensch ist nach wie vor verantwortlich für die Schöpfung und muss sorgsam mit ihr umgehen – das ist ein zentraler Gedanke des Erntedankfestes. Das Fest kann Anlass sein, über die Abhängigkeit des Menschen von der Natur nachzudenken und Gott dankbar zu sein für das, was er von ihm erhält. Fast überall in Deutschland gibt es zu Erntedank in den Kirchen einen Erntedankschmuck als "Dank für die Frucht der Erde und die menschliche Arbeit" mit Obst und Gemüse, sowie Brot und anderem Gebäck, so auch in den Kirchen im Seelsorgebereich Hofer Land. So fand, wie in allen Pfarrkirchen des Seelsorgebereichs, auch in der Stadpfarrkirche St. Marien ein Festgottesdienst statt, den Pfarrer Josef im vollbesetzten Gotteshaus zelebrierte. Pfarrer Josef, der aus Tschechien kommt, macht nunmehr schon seit 30 Jahren „Urlaubsaushilfe“ in der Erzdiözese Bamberg. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst unter der bewähren Leitung von Dr. Ludger Stühlmeyer. Der Musikdirektor hatte zum diesjährigen Erntedankfest die am Theater Hof tätige Sopranistin Aki Yamamura gewinnen können. Die beiden Musiker interpretierten die klangschönen Werke „Der Herr ist mein Hirte“ aus den biblischen Liedern von Antonin Dvorak und die Arie „Singe Seele, Gott zum Preise“ von Georg Friedrich Händel. Diese liturgische Feier war ganz von „Dankbarkeit“ erfüllt, die letztendlich jeden Christen prägen und die man täglich auch „dem lieben Gott“ zeigen sollte, wie sich Pfarrer Josef in seiner liebevoll hingebenden Art und Weise ausdrückte. Pfarrer Josef lud die Gläubigen in seiner einfühlsamen Predigt dazu ein, das Thema Dankbarkeit in einem breiteren Kontext zu reflektieren. Dazu führte er aus dem Neuen Testament, wie anhand einer Landkarte, die zum ewigen Leben führt, aus dem Gedächtnis navigierend eine Reihe von Textstellen aus den Evangelien an: darunter die Frau am Jakobsbrunnen, die zehn Aussätzigen, den Hauptmann, der um die Gesundung seines Knechtes bittet und andere, in denen das Thema Dankbarkeit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Das Erntedankfest ist ein Fest des Dankes! Pfarrer Josef dankte allen Helferinnen und Helfern, die den Altarraum so schön mit Erntegaben schmückten, sowie den liturgischen Dienst, insbesondere den Ministranten und nicht zuletzt der wunderbaren, kirchenmusikalischen Umrahmung. Mit dem Schlusslied „Nun danket alle Gott mit Herzen Mund und Händen“ und einem schallenden Postludium wurde die feierliche Handlung beendet. Die vielen Kinder die im Gottesdienst waren, durften sich nun an den Erntegaben bedienen!
Bernhard Kuhn




