Erntedank im Seelsorgebereich „Hofer Land“

Das Erntedankfest gehört zu den ältesten religiösen Festen der Kirche. In der Regel am ersten Sonntag im Oktober dankt der Mensch Gott für seine Gaben. Der Mensch ist nach wie vor verantwortlich für die Schöpfung und muss sorgsam mit ihr umgehen – das ist ein zentraler Gedanke des Erntedankfestes. Das Fest kann Anlass sein, über die Abhängigkeit des Menschen von der Natur zu nachzudenken und Gott dankbar zu sein für das, was er von ihm erhält. Fast überall in Deutschland gibt es zu Erntedank in den Kirchen einen Erntedankschmuck als "Dank für die Frucht der Erde und die menschliche Arbeit" mit Obst und Gemüse, sowie Brot und anderem Gebäck, so auch in den Kirchen im Seelsorgebereich „Hofer Land“. In der Kirche St. Konrad hielt Gemeindereferntin Mechthild Fröh eine ansprechende Wort-Gottes-Feier, die musikalisch von Januka Gunaratnam (Orgel und Gesang) umrahmt wurde. Das Eingangslied „Erde singe“ von Johannes von Geissel war geradezu wegweisend für dieses Fest: „Singt ein Danklied eurem Meister, preist ihn laut ihr Himmelgeister Was er schuf, was er gebaut, preis ihn laut.“
Preis und Dank zog sich immer wieder wie ein roter Faden durch den Gottesdienst, den Mechthild Fröh vortrefflich vorbereitet hatte. „Heute feiern wir Erntedank“, sagte die Gemeindereferentin.. „Das ist ein Tag zum Innehalten, denn es ist nicht selbstverständlich, dass die Ernte reich ausfällt. Das Klima verändert sich und für immer mehr Landwirte wird die Arbeit auf dem Feld zu einer Herausforderung. Die Bewahrung der Schöpfung und der achtsame Umgang mit diesem Geschenk ist für uns alle eine bleibende Aufgabe!!“ Wir Menschen seien ebenfalls eine Schöpfung Gottes, folgerte die Rednerin. Die Verantwortung für uns und unsere Mitmenschen läge in unseren Händen, nämlich das Gute in uns fördern, und das Schlechte versuchen zu vermeiden. Die Gaben und Talente Gottes, die er jedem und jeder von uns reichlich geschenkt hat, sollten wir annehmen und reifen lassen und die Früchte in vollem Maße an andere weitergeben. Dies sei auch das Motto des diesjährigen Caritassonntags, der heuer auch an diesem Tag stattfindet. „Wenn jeder gibt, was er zu viel hat“ würde das deutlich!
„Für Gottes Schöpfung und seine Geschöpfe zu danken und achtsam im Blick zu behalten beschränkt sich aber nicht nur auf diesen Sonntag, sondern soll das ganze Jahr andauern. Denn nichts ist selbstverständlich!“ schloss Mechthild Fröh ihre Ansprache. Als Schlusslied wurde treffender Weise „Nun danket alle Gott mit Herzen Mund und Händen“, von Georg Alfred Kempf mit Musik von Adolf Lohmann ausgesucht, denn der Mensch begreift sich als von der Natur abhängig und hat für die Fülle der Ernte immer zu danken, und das nicht nur am Erntedanktag.

