Ergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen im katholischen Seelsorgebereich Hofer Land

Im katholischen Seelsorgebereich Hofer Land fanden 2026 turnusgemäß die Pfarrgemeinderatswahlen statt. Grundlage dieses Berichts ist die vorliegende Statistik über die Wahlergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen am 28. Februar / 1. März 2026 im Erzbistum Bamberg.
https://ergebnisse.pfarrgemeinderatswahl-bamberg.de/
Wahlergebnisse und statistische Einordnung
Im gesamten Seelsorgebereich Hofer Land waren 16.582 Katholikinnen und Katholiken wahlberechtigt. Von ihnen beteiligten sich 707 Personen an der Wahl, was einer durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 5,14 % entspricht. Insgesamt stellten sich 78 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl, von denen 64 in die Pfarrgemeinderäte gewählt wurden.
Ein differenzierter Blick auf die einzelnen Pfarreien zeigt ein vielfältiges Bild:
- Die höchste Wahlbeteiligung verzeichnete die Pfarrei Oberkotzau St. Antonius mit 9,0 %.
- Ebenfalls vergleichsweise höhere Beteiligungswerte erreichten Münchberg Heilige Familie (6,1 %) und Helmbrechts Christkönig (6,0 %).
- In den großen Stadtpfarreien, insbesondere in Hof Bernhard Lichtenberg, lag die Beteiligung mit 3,37 % deutlich niedriger.
- Die geringste Wahlbeteiligung wies die kombinierte Pfarrei Naila Verklärung Christi / Schwarzenstein-Schwarzenbach St. Josef mit 3,0 % auf.
Insgesamt wurden 41 Frauen und 23 Männer in die Pfarrgemeinderäte gewählt. Damit zeigt sich ein deutlicher Anteil weiblichen Engagements, was die wichtige Rolle von Frauen im kirchlichen Ehrenamt unterstreicht.
Bedeutung des Ehrenamtes
Die Pfarrgemeinderatswahl ist ein sichtbarer Ausdruck gelebter Mitverantwortung in der Kirche. Der Pfarrgemeinderat ist kein rein beratendes Gremium, sondern ein Ort, an dem Glaubensleben konkret gestaltet wird: in der Liturgie, in der sozialen Verantwortung und im gemeinschaftlichen Miteinander.
Gerade im ländlich geprägten Raum Hochfrankens ist das Ehrenamt von zentraler Bedeutung. Viele kirchliche Angebote – von Gottesdiensten über Kinder- und Jugendarbeit bis hin zu karitativen Initiativen – wären ohne freiwilliges Engagement nicht denkbar. Wer sich im Pfarrgemeinderat engagiert, investiert Zeit, Ideen und persönliche Überzeugung in die Zukunft der eigenen Gemeinde. Die Wahl zeigt: Trotz sinkender Beteiligung an kirchlichen Wahlen gibt es weiterhin Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Kirche aktiv mitzugestalten.
Chancen und Herausforderungen für Glaube und Kirche heute
Die Zahlen der Wahlbeteiligung machen deutlich, dass Kirche heute in einem Spannungsfeld steht:
Herausforderungen
- Die insgesamt niedrige Wahlbeteiligung spiegelt eine wachsende Distanz vieler Menschen zur institutionellen Kirche wider.
- Demografischer Wandel, Abwanderung junger Menschen aus ländlichen Regionen und Zeitknappheit im Alltag erschweren die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher.
- Große Seelsorgeeinheiten stellen höhere Anforderungen an Kommunikation und Identifikation mit der eigenen Gemeinde.
Chancen
- Wo Menschen Verantwortung übernehmen, entsteht Gemeinschaft. Pfarrgemeinderäte können Brücken bauen zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Liturgie und Lebenswelt.
- Neue Formen der Beteiligung, transparente Entscheidungen und offene Gesprächskultur stärken das Vertrauen in kirchliche Strukturen.
- Gerade in einer Region wie Hochfranken kann Kirche durch Nähe, Verlässlichkeit und soziales Engagement sichtbar bleiben.
Fazit
Die Pfarrgemeinderatswahlen im Seelsorgebereich Hofer Land zeigen ein realistisches Bild kirchlichen Lebens heute: Die Beteiligung ist insgesamt zu gering, zugleich aber tragen engagierte Ehrenamtliche weiterhin die pastorale Arbeit vor Ort.
Gerade vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen bleibt das Ehrenamt eine tragende Säule der Kirche. Die neu gewählten Pfarrgemeinderäte stehen vor der Aufgabe, Glauben und Gemeinschaft unter veränderten Bedingungen lebendig zu halten. In Hochfranken bedeutet das: Nähe zu den Menschen, Offenheit für neue Wege und zugleich Verwurzelung in der regionalen kirchlichen Tradition.
So sind die Pfarrgemeinderatswahlen nicht nur ein organisatorischer Akt, sondern ein Zeichen dafür, dass Kirche auch heute auf Beteiligung, Verantwortung und Gemeinschaft der Menschen setzt.
Neu gewählte Pfarrgemeinderäte im SSB Hofer Land:
- Naila/Selbitz/Schwarzenstein: Daniela Albert, Renate Marynissen, Matthias Herrmann, Reinhard Leppert
- Bernhard Lichtenberg: Katharina Fichtner, Susanne Hoch, Elias Kania, Barbara König, Silvia Melzner, Sieglinde Palitza, Markus Reinisch, Karlos Seemann, Grazyna Skop, Esther Zwurtschek
- Schwarzenbach/Saale: Pfarrer Dieter-Georg Jung, Heck Stefanie, Hornig Heidi, Neidhart Elina Mia, Schacher Ulrike, Schubert Astrid, Zwibel Brigitte
- Rehau: Biller Marcel, Biller Petra, Egger Christina, Eitler Ute, Fichter Rosa, Seidl-Eder Susanne
- Bad Steben: Brendel Thomas, Hägel Norbert, Prechtl Willi, Wehrmann Ulrike
- Helmbrechts: Bayer Annette, Bayer Jörg, Flügel Iris, Greß Stefanie, Hösel Bianca, Hösel Dominic, Schumann Tamara, Stöcker-Stein Jutta, Wolf Alexandra, Silvia Clauss, Renate Rotschin
- Münchberg: Dr. Materny Artur, Fritsch Roland, Greulich Elisabeth, Hoheisel Angelika, Kick Renate, Reichelt Hanni, Schneider Corinna, Schnurrer Thomas, Szabo Sylvia, Wilfling Erika
- Oberkotzau: Deimunt Markus, Deimunt Viktor, Depperschmidt Peter, Feist Andreas, Kroneberger Roman, Kugler Matthias, Maier Viktor, Schott Lilia
- Sparneck: Brucker Veronika, Löhlein Matthias, Pscheidl Elisabeth, Schlegel Martin, Schubert Anna, Zygula Pawel, Kofer Margit, Tögel-Seiler Petra