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Empfangt den Hl. Geist!

Hl. Geist St. Otto Hof
Datum:
Veröffentlicht: 5.6.22
Von:
Stefan Fleischmann
Heute haben wir zwei biblische Lesungen gehört, die es in sich haben. Denn wir erfahren, wie der Heilige Geist empfangen wird; welche unterschiedlichen Zugangsformen der Heilige Geist wählt und benutzt, um den Menschen zu erreichen.

Liebe Gemeinde im Geist!

Heute haben wir zwei biblische Lesungen gehört, die es in sich haben. Denn wir erfahren, wie der Heilige Geist empfangen wird; welche unterschiedlichen Zugangsformen der Heilige Geist wählt und benutzt, um den Menschen zu erreichen.  

Einmal ein Abschnitt aus dem Johannesevangelium und zuvor die Apostelgeschichte. Im Evangelium kommt der Geist durch Jesus. Er haucht seine Jünger und Jüngerinnen an. Er haucht sie mit seinem Atem an; sie atmen seinen Atem ein, in einer innigen, intimen Weise (wie wir sie uns in der Coronapandemie schwer vorstellen können); so  gibt Jesus den Geist seinen Jüngern weiter. Ich fühle mich an die Schöpfungsgeschichte erinnert, in der es heisst: „Er blies in seine Nase einen Lebenshauch. So wurde der Mensch ein lebendes Wesen.“ (Gen. 2,7).

Empfangt den Heiligen Geist!

Es ist der Lebensatem Gottes in uns Menschen. Was die Jünger danach tun, ob sie sich wirklich senden lassen und hinausgehen, entzieht sich unserer Kenntnis, davon berichtet das Johannesevangelium nichts. Dafür steht davon etwas in der Apostelgeschichte.

Aber nochmal zurück zum Anfang. Wie kommt der Heilige Geist zu den Menschen? Wie wird er hier empfangen?

„..vom Himmel, ein Brausen, wie ein heftiger Sturm und erfüllt das ganze Haus und er verteilt sich auf jeden von ihnen, lässt sich nieder und alle werden erfüllt vom Hl. Geist.“

Wow, was für starke Bilder, was für ein Kontrast zum Johannesevangelium... mächtig, gewaltig, überwältigend, erfüllend, tosend, brausend, stürmisch. Der Heilige Geist macht sozusagen den Jüngern Feuer unterm Hintern, so dass er dorthin kommt, wo die Jünger mit ihrem Latein am Ende sind.

Aber eines haben beide Lesungen gemeinsam:

JEDER wird angehaucht!
JEDER wird erfüllt!
JEDER wird befähigt!

Die Lesungen machen deutlich:
Das ist der Beginn von Kirche!
Das ist die Grundlage einer Gemeinde!
Das ist Zusage in der einen Taufe!

Teil des neuen Volkes Gottes zu sein,
am Aufbau des Reiches Gottes mitzuwirken.

Empfangt den Heiligen Geist!

WIR ALLE tragen den Geist Gottes in uns
... manchmal atmend, zart, leise aber tiefsinnig und tiefgründig;
...manchmal erfüllend, gewaltig, überwältigend, leidenschaftlich.

Gut, dass wir BEIDES haben und in uns tragen. So erleben wir dies auch täglich und dürfen es auch so spüren, jeder von uns an dem Platz, wo er steht und lebt, in der Partnerschaft und Familie, im Freundeskreis, im Beruf,  im Alltag.

Jetzt kommt aber noch der Teil, den Johannes nicht erzählt, nämlich was haben die Jünger gemacht, als sie den Geist empfangen haben?

Zwischen den „alten“ Mauern wird es eng!  So öffnen sie  die Türen, gehen raus, reden mit fremden Menschen in der je eigenen Sprache.... KIRCHE entsteht...in ihrer Vielfalt und in ihrer Offenheit und in Universalität.

Liebe Schwestern und Brüder,

Empfangt den Heiligen Geist!

an Pfingsten feiern wir den Geburtstag der Kirche – im wahrsten Sinne des Wortes. In allen Krisen unserer Kirche und im Kontext vieler struktureller Umbrüche und Abschiede dürfen wir Ursprung und Auftrag, Sammlung und Sendung der Kirche nicht vergessen, Zeugen des Auferstandenen zu sein, Zeugen für das Leben zu werden. Wie das geschieht, das beschreibt die Apostelgeschichte: Petrus dreht nach dem Feuersturm richtig auf: „Wovon das Herz voll ist davon spricht der Mund.“. Lesen Sie es einmal nach! Erinnern wir uns an den Zauber des Anfangs- immer wieder!

Die Gaben des Heiligen Geistes befähigen uns, unser Kirche –und Christsein – in einer gewissen Leichtigkeit und Gelassenheit - zu leben, geistesgegenwärtig und geisterfüllt in die Welt hineinzuwirken:

  • Die Gabe der Weisheit.
  • Die Gabe der Einsicht.
  • Die Gabe des Rates.
  • Die Gabe der Erkenntnis.
  • Die Gabe der Stärke.
  • Die Gabe der Frömmigkeit.
  • die Gabe der Gottesfurcht.

Und der Friede Gottes, der alles begreifen übersteigt, bewahre unsere Herzen und Gedanken in der Gemeinschaft mit Jesus Christus im Heiligen Geist.

Amen.