Einführung in die Offenbarung des Johannes

Einkehrtag mit Pastor Dr. Jürgen Kämpf in Naila
Die katholische Pfarrgemeinde "Verklärung Christi" in Naila hatte wieder zu einem Einkehrtag in ihren Pfarrsaal eingeladen. Viele waren der Einladung gefolgt, zumal der Referent in Naila kein Unbekannter, sondern ein immer sehr gern gesehener Gast ist: Pastor Dr. Jürgen Kämpf aus Schleid in der Rhön.
Diesmal befasste er sich mit einer sehr schönen, aber bei manchen Christen auch furchteinflößenden Thematik, nämlich mit der Offenbarung des Johannes, oder "Apokalypse". Sie ist das letzte Buch des Neuen Testaments. Wenn man Menschen nach der Offenbarung des Johannes befragt, dann assoziieren sie damit zumeist ein Buch mit Horrorszenarien und einer Weltuntergangsstimmung. Sie ist für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln und aus diesem Grund wohl das Buch der Bibel, das am wenigsten gelesen und betrachtet wird. Aber ist die Offenbang des Johannes wirklich ein Katastrophenbuch, das Angst verbreitet? Für Dr. Jürgen Kämpf war es wichtig gleich zu Beginn darauf hinzuweisen dass die Apokalypse ein Trostbuch sei und dass es keinen Dualismus gäbe, d.h. keine sich widerstrebende gleiche Prinzipien von Gut und Böse. Wenn Gott Ursprung von allem ist, dann hat alles, was ist, Anteil am Sein Gottes, sagte der beliebte Referent. Auch das oder der Böse sei daher nur Geschöpf und könne nicht den letzten Sieg davontragen, sondern nur Gott selbst trage den Sieg davon. Das Geschöpf, auch das oder der Böse kann Gott nicht vernichten. Gott wird immer Sieger sein. Das gäbe Trost und Hoffnung. Die Bibel möchte keine Angst verbreiten, sondern die Sehnsucht Gottes nach dem Menschen zum Ausdruck bringen. Dr. Kämpf brachte als Beispiel das Wort Jesu am Kreuz: „Mich dürstet". Die heilige Mutter Teresa sah in diesem Ausspruch den Durst Jesu nach Seelen. Letztlich geht es in der Bibel, und damit Gott, um die Rettung der Menschen. Die Apokalypse sei eine "Aufklärung" fuhr der Referent fort. Die gesamt biblische Offenbarung sei Zeugnis vom gnädigen Handeln Gottes an Welt und Menschheit. Der Referent zitierte den ehemaligen Bischof von Fulda Eduard Schick: „Das Anliegen der Apokalypse ist nicht – und kann es auch nicht sein, Anhaltspunkte zu liefern für eine exakte Bestimmung des Zeitendes mit der Wiederkunft Christi; sie will vielmehr lediglich den Gesamtcharakter der Endzeit, das ist die Epoche zwischen der ersten und zweiten Ankunft Christi, deutlich machen, damit die Kirche Christi kraft dieser Einsicht vorbereitet sei, die zuweilen schmerzliche Prüfung ihres Glaubensstandes innerhalb der Vorläufigkeit irdischer Geschichte zu bestehen und sich so zu bewähren in der festen Überzeugung, dass ihr wiederkommender Herr das letzte Wort zur Weltgeschichte spricht, über alle ihre Epochen und über alle, die in diesen gelebt haben und an ihnen mittätig und mitschuldig geworden sind.“
Dr. Jürgen Kämpf brachte seinen interessierten Zuhörern noch viel Beispiele die die für manche „furchteinflößende" Apokalypse in einem ganz anderen Blickwinkel erscheinen lässt. Unterstützt wird diese Sicht durch das Trostwort – welches sich durch das Buch zieht – „ich komme bald“ Mit einer Fragerunde wurde der ansprechende Einkehrtag beendet, der für alle Teilnehmer sicherlich auch neue Erkenntnisse in ihr Glaubensleben bachte.