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Dreifaltigkeitssonntag 2024

DREIFALTIGKEIT--GOTT--HEILIGERGEIST--JESUS--GLAUBE
Datum:
Veröffentlicht: 25.5.24
Von:
Stefan Fleischmann

 

Vor einigen Tagen ging ich am Untreusee (Hof/Saale) entlang. Dabei fiel mir eine Geschichte ein, die dem Hl. Augustinus zugeschrieben wird:

1) Er ging einmal während eines Spaziergangs am Meeresufer in großer Ratlosigkeit. Er suchte nach einer Erklärung für die Lehre von der Dreieinheit Gottes. Plötzlich bemerkte Augustinus, wie ein kleiner Junge mit Hilfe einer Muschel Wasser aus dem Meer schöpfte und es dann in ein Loch goss, das er im Sand gegraben hatte. „Was machst du denn da, mein Kind?“, fragte er ihn. „Oh“, sagte der Kleine, „ich gieße das Meer in dieses Loch!“ Augustinus lächelte: Das ist eine Lektion, die der Herr mich lehrt. Versuche ich nicht dasselbe? Ich strenge mich an, Wahrheiten, die unfassbar sind, in meinen kleinen, begrenzten Verstand hineinzubringen.

2) Augustinus hatte recht. Einen Gott in drei Personen - Vater, Sohn und Heiliger Geist - zu erfassen, ist wohl sehr schwer. Gott ist immer der Größere und der ganz Andere. Und doch ist es wichtig, sich ihm zu nähern und tiefer in das Geheimnis unseres Gottes einzudringen - eigentlich ein Leben lang. Wie geschieht das?

3) Sie müssten manchmal die Kinderaugen sehen, die mich faszinierend anschauen, wenn ich das Kind segne. Es ist ein Ritual, das eigentlich immer gleich abläuft, und doch sehr individuell ist.

„Darf ich Dich segnen?“ - Ich glaube an einen Gott, der sich nicht aufdrängt. Er bietet sich vielmehr an. Denken wir an Mose am brennenden Dornbusch.
„Wie heisst Du?“ – Gott wird zum DU; er spricht mich an mit meinem Namen, in meiner Einmaligkeit und Würde.
„Der dreifaltige Gott segne Dich!“ – Gott, der selbst in sich Beziehung ist in seiner Dreifaltigkeit, tritt in Beziehung: Gott will, dass alles Geschaffene zum Segen wird, dass alles gut und heil wird.
„Der Vater, der Dich liebt.“ Gott ist wie ein guter Vater, wie eine liebende Mutter; Liebe, ohne wenn und aber. Liebe ohne Vorleistung. Liebe komme, was wolle.
„Der Sohn, der Deine Wege begleitet.“ In Jesus ist Gott greifbar und nahbar geworden. Mit ihm kann ich reden wie mit einem Freund, obgleich er der Herr ist.
„Der Heilige Geist, der dich stärkt.“ Der Heilige Geist, der ermutigt, der tröstet, der befreit, der mich atmen und frei sein lässt; der mir Anteil gibt an der Liebesbeziehung zwischen Vater und Sohn.
„Amen!“ – So ist es. So soll es sein.

Dabei strecke ich die Hand aus – wie ein schützendes Dach und mache ein Kreuz auf die Stirn als Segenshandlung.

4) Nun, was geschieht hier? Auf dem ersten Blick nichts Besonderes. Aber ich hoffe und wünsche mir, dass die Kinder den Segen als etwas Schönes, Vertrauensvolles und Ermutigendes erfahren, in dieser liebenden Beziehung von Vater, Sohn und Heiliger Geist zu leben, immer Kind Gottes zu sein, das niemals aus den Händen des dreifaltigen Gottes herausfallen kann.

5) Genau dieses Bild wird in der Gößweinsteiner Basilika aufgegriffen: Das Gnadenbild zeigt die Krönung Marias durch die heilige Dreifaltigkeit. Das was wir im Leben bruchstückhaft erfahren haben, das wird uns einmal am Ende des Lebens zuteil, von dieser Liebe des dreifaltigen Gottes umfangen zu sein und die Krone des ewigen Lebens zu empfangen. Jedes Kreuzzeichen "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" erinnert uns daran.