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Die Einsetzung der Eucharistie

Gründonnerstag 2024
Datum:
Veröffentlicht: 30.3.24
Von:
Bernhard Kuhn

In allen Kirchen des Hofer-Landes fanden am Gründonnerstag Gottesdienste vom Letzten Abendmahl statt.

So auch in der Stadtpfarrkirche „St. Marien“ und in der Kirche „St. Konrad“.Vor Beginn des Gottesdienstes in der Marienkirche führte Pfarrvikar Holger in einer kurzen, vertiefenden Katechese in das Festgeheimnis des Triduums, der heiligen drei Tage Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht ein, die im Grunde einen einzigen Gottesdienst bilden, in dem die Gemeinde ihren Herrn Jesus Christus vom letzten Abendmahl über den Verrat, die Gerichtsverhandlung vor Pilatus, das Todesurteil, den die Kreuzigung und Grablegung bis zur Auferstehung inmitten der Nacht begleitet. Der Beginn dieser dreitägigen Liturgie war hochfestlich. Musikdirektor Dr. Ludger Stühlmeyer intonierte nach der feierlichen Improvisation, die den großen Einzug des Pfarrers und der zwanzig Jungen und Mädchen, die den Ministrantendienst ausübten, das Eingangslied „Beim letzten Abendmahl“ und das feierliche, vom Glockenklang begleitete Gloria mit strahlenden Orgelklängen, begleitet von der Trompeterin Dr. Ute van der Mâer, deren warmklingendes Instrument perfekt mit dem Plenum der historischen Steinmeyer Orgel verschmolz. In seiner Predigt erinnerte der Pfarrvikar an das Ritual der jüdischen Sederfeier, das dazu einlädt, die Wirkmächtigkeit der Gegenwärtigsetzung der Erfahrung, dass unser Leben von Gottes Liebe umfangen ist, in seiner ganzen Fülle zu erfahren. Der Gründonnerstag wird als Einsetzung der Eucharistie zur Gründung der Kirche, die Jüngerinnen und Jünger Jesu Christi zu seiner Familie, so HolgerFiedler. Der Pfarrvikar machte in Bezugnahme auf die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus deutlich, welch lebendigen Einblick in die Situation der frühen Kirche Paulus gibt, der der Gemeinde in Korinth verkündete, dass sie durch den Empfang des Leibes und Blutes des Herrn wirklich ein Leib wurde und führte aus, dass dieses Geheimnis bis heute die Kirche prägt. „Die Eucharistie ist der absolute Dreh- und Angelpunkt der Kirche. Wer die Verbindung zur Eucharistie verliert, verliert auch die Verbindung der Kirche. Aber Gott ist da in diesem Zeichen und Jesus verlässt und nicht“, so Fiedler. Die Fußwaschung spendete Fiedler 12 indischen Studentinnen und Studenten der Hofer „University of applied Scientist“, die in großer Treue die Gottesdienste der Marienkirche besuchen und so ein sichtbares Zeichen der Katholizität setzen. Die würdige Feier hinterließ bei der innig mitbetenden und singenden Gemeinde, die die performative Kraft des Rituals wie in jedem Jahr in der katholischen Hofer Mutterkirche miterleben konnte.

Leitender Pfarrer Stefan Fleischmann feierte die Messe vom Letzten Abendmahl zusammen mit einem großen Liturgischen Dienst in der zu einem festlichen Hochzeitssaal geschmückten Konradskirche.   Die ansprechende Feier wurde musikalisch von Organistin und Kantorin Januka  Gunaratnam mit dramaturgisch gut abgestimmten Einlagen umrahmt.  Seine einfühlsame Predigt stellte Pfarrer Stefan Fleischmann unter den Leitgedanken: „Bleibt und haltet zusammen!“

Das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern könnte in dieser Weise gemeint sein: „Bleibt und haltet zusammen!“ Das ist für die Truppe Jesu sicherlich eine Mammutaufgabe, zu unterschiedlich waren die Interessen und Sichtweisen seiner Jünger, z. B. Wer Jesus ist? Welche Ziele eigentlich gemeinsam angestrebt werden? Welche Rollen und Aufgaben zu vergeben sind? Wie man miteinander umgehen möchte? Ganz abgesehen von den zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander und der jeweiligen Person mit seinen ganz menschlichen Bedürfnissen und Lebenskontexten.  „Bleibt und haltet zusammen!“  „Das ist keine Floskel, sondern auch  ein Wunsch für heute Abend und  für unsere Pfarrgemeinden im Seelsorgebereich Hofer Land“, legte der Leitende Pfarrer seinen Gemeinden ans Herz. Nach dem Gottesdienst wurden alle Besucher zu einer Agape in den Pfarrsaal eingeladen. Eine Ölbergstunde in der Marienkirche bildete schließlich einen geziemenden Abschluss des Hohen  Donnertags.

Gründonnerstag 2024
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