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Der Trauerkoffer – eine Methode zum Umgang mit Abschied, Tod und Trauer

Trauerkoffer
Datum:
Veröffentlicht: 11.5.21
Von:
Bernhard Kuhn
rauer und Tod sind Themen, womit sich bereits kleine Kinder beschäftigen. Viele Erwachsene sind mit den Fragen und den Reaktionen der Kinder überfordert, oder trauen sich aus Unsicherheit nicht das Thema mit Kindern zu bearbeiten. Die Gemeindereferentinnen Michaela Meusel und Lisa- Maria Eberhardt haben für den Seelsorgebereich „Hofer Land“ einen Trauerkoffer zusammengestellt zur Unterstützung der Trauerbegleitung für Kinder.

 

Mit einem Trauerkoffer kann das Thema Tod, Trauer und Verlust spielerisch mit den Kindern erarbeitet werden. Dabei handelt es sich um einen Koffer, der mit verschiedenen Materialien bestückt ist wie Bilderbücher, Materialien wie Tücher, Lichterketten, Gefühlskarten, Stofftier oder Handpuppe, Tonpapier, Kerzen, Steine, Kissen, Blumensamen etc. Michaela Meusel und Lisa-Maria Eberhardt haben nun ihren Koffer im Pfarramt Naila dem Dekan Andreas Seliger vorgestellt, der sich davon sehr beeindruckt zeigte.

Der Trauerkoffer sei ein Methodenkoffer erklärten die beiden Gemeindereferentinnen, der als eine Art Handwerkszeug für das Thema Sterben Tod und Trauer sei.

Die verschiedensten Materialien könnten auf unterschiedlichste Weise eingesetzt werden um mit dem Thema ins Gespräch zu kommen. Bücher oder Impulskarten, die ebenfalls in dem Koffer enthalten sind,  können ebenfalls ein guter Einstieg in diese schwere Thematik sein, meinten die beiden Damen.

Sprachlosigkeit könne so zum Ausdruck gebracht werden.

Denn oft sei man hilflos den Fragen der Kinder ausgesetzt, wenn es um dieses emotional harte Thema gehe, sagte Lisa-Maria Eberhardt.

Wie geht man aber mit diesen Thema um?

Als Erwachsener sei man dann oft Überfordert, was und wie viel kann ich dem Kind zumuten?

Deshalb ist es für Lisa-Maria Eberhardt und Michaela Meusel wichtig, dass die Lehrer/innen und Erzieher/innen neben den Methodenkoffer auch eine Notfallmappe Schule und Notfallmappe Kita vom Erzbistum Eichstätt mit ausleihen können, in dem inhaltliche Ideen beschrieben sind, wie man mit dem Trauerkoffer arbeiten kann.

Wie könnte eine erste Einheit aussehen? Was sei zu beachten  und vieles mehr, könne man da in Erfahrung bringen.

Der Koffer und die Notfallmappen, sollen den Erwachsenen die Scheu vor diesem Thema nehmen und sie ermutigen dieses doch sehr harte, aber auch wichtige Thema zu behandeln. Die Arbeit mit dem Koffer erfordert jedoch von den Erwachsenen  eine Auseinandersetzung mit sich selbst, um eine bewusste und authentische Haltung entwickeln zu können. Wer sich dabei nicht in der Lage sieht, sollte es lieber anderen Kollegen überlassen. Es ist immer das Prinzip der Freiwilligkeit zu wahren. Die Arbeit unterliegt natürlich wie jede andere persönliche Information, die Kinder und Familien mit den pädagogischen Fachkräften teilen, auch der Schweigepflicht. Wichtig ist der wertschätzende und achtsame Umgang mit den Gefühlen  und Befindlichkeiten der Kinder und Familien. Das bedeutet, den Gefühlen Raum zu geben, wenn die Kinder es brauchen, aber auch sich abwartend zurück zuziehen , wenn das Kind signalisiert: „Halt Stopp, für jetzt reicht es mir!“ Es sei wichtig, den Kindern im Umgang mit ihren Gefühlen Vertrauen zu schenken, doch dabei aufmerksam auf die Signale der Kinder zu achten. Dekan Andreas bedankte sich bei seinen Mitarbeiterinnen für ihren Einsatz und begrüßte es, dass dieser Koffer im Seelsorgebereich „Hofer Land“ zur Verfügung stehe und Erwachsenen und Kindern gute Dienste leisten werde.

                                                                                             

Foto: Die Gemeindereferentinnen Lisa-Maria Eberhardt (l. ) und Michaela Meusel (r.) stellen dem Dekan Andreas Seliger (m.) ihren zusammen- gestellten Trauerkoffer vor.

Bernhard Kuhn, Gneisenaustr. 7, 95030 Hof, Tel.: 017643386218