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Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Der Herr ist die Kraft meines Lebens."

Sebastian Schiller
Datum:
Veröffentlicht: 27.7.24
Von:
Sebastian Schiller
Predigt zum Abschied - von Pfarrvikar Sebastian Schiller

Liebe Schwestern und Brüder,

Vielleicht haben sie sich gewundert, als sie vorhin die Lesung gehört haben.
Dieser Abschnitt aus dem Buch der Psalmen ist ein Text, den man im Gottesdienst nicht oft hört.

Ich habe ihn heute zu diesem Dankgottesdienst, den wir zu meinem Abschied aus den Pfarreien Helmbrechts, Münchberg, Sparneck und Zell feiern, ausgesucht, weil er für mich persönlich eine Bedeutung hat.  Ich habe ihn mir damals im Jahr 2016 als Primizspruch zu meiner Priesterweihe ausgesucht.
„Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Er ist die Kraft meines Lebens.“

Ich war mir damals noch nicht klar, ob es die richtige Entscheidung ist, die ich getroffen habe.
Weit weg von daheim, ohne Familie, in einem riesigen Strukturwandel, der unsere Kirche verändert.
Dieser Satz aus den Psalmen hat mir damals Mut gemacht, weil er mir klargemacht hat:
Es geht am Ende nicht um mich, um meine Fehler um meine Schwächen.
Für mich leuchtet genau dieses Licht, das mich bestärkt, und das ich weitergeben will.

Liebe Schwestern und Brüder,

Wahrscheinlich ist es für sie heute als Gläubige hier aus Münchberg, Helmbrechts, Sparneck und Zell nicht ganz so einfach dieses Licht zu sehen.
Oder sie denken sich:
„Da macht er es sich aber ganz schön leicht.“
Sie stehen jetzt als Gremien, als Ehrenamtliche, als Gläubige in den einzelnen Pfarreien in einer ähnlichen Situation wie ich damals 2016.
Die Zukunft ist ungewiss-das Alte und Gewohnte wird sich verändern.
Die Frage ist- das war damals 2016 bei mir so- und das ist es auch heute für sie:
Was wir als Menschen, als Gläubige daraus machen.
Die Frage ist- mit welchem Blick man auf Veränderungen schaut.
Ich glaube nämlich, dass wir heute in den meisten Bereichen unseres Lebens leider immer in der Gefahr stehen die Probleme, die Defizite, die Versäumnisse in den Mittelpunkt unseres Denkens zu stellen.
Das Negative zu mächtig werden zu lassen und uns davon einschüchtern und lähmen zu lassen.
Für Positive Perspektiven bleibt nicht mehr viel Raum in unserer Zeit.

Liebe Schwestern und Brüder,

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Der Herr ist die Kraft meines Lebens.“
Meistens braucht es keine großen Worte, keine gewichtigen Argumente, kein großes und salbungsvolles Drumherumgerede, sondern eine ganz einfache Gewissheit.
Hier am Altar und an jedem Altar wird uns das schlicht und einfach und ohne Worte durch das ewige Licht verdeutlicht.
Es leuchtet Tag und Nacht, im Sturm und im Regen.
Heute wenn viele Menschen sich versammeln, aber auch genauso, wenn sie sich allein auf den Weg hier in die Kirche machen.
Seit 120 Jahren versammeln sich Menschen hier in Münchberg vor diesem Licht, weil sie glauben, dass sie hier an diesem Ort von Gott neue Kraft für ihren weiteren Weg bekommen können.
Weil sie wissen, dass dieses Licht, dem sie selbstverständlich beim Beten zuhause oder an jedem Ort auch begegnen können,
hier vom Tabernakel ausgeht.

„Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“,
sagt Jesus damals zu den Jüngern.
Er meint damit: Durch euch verändert sich die Welt.

Liebe Schwestern und Brüder,

Deshalb feiern wir heute Nachmittag hier in Münchberg einen Dankgottesdienst.
Nicht um mir zu danken, sondern um Gott zu danken.
Um Gott zu danken, dass er für uns sein Licht leuchten lässt.
In der Trauer, im Zweifel, in der Hoffnung und in der Freude.
In einer Welt, die es der Hoffnung ziemlich schwermacht, weil an allem etwas zu kritisieren und zu verbessern ist.
Wir, als Menschen, die an Gott glauben,
SIND das Licht der Welt, wir SIND das Salz der Erde.
Ich wünsche ihnen,
ob sie hier in der Pfarrei Heilige Familie Münchberg, in Christkönig Helmbrechts, Maria Hilf in Sparneck oder in St. Heinrich Zell wohnen,
Ich wünsche dass ihnen,
auch wenn alles im Wandel und eigentlich zum Davonlaufen erscheint, deutlich bleibt, das Jesus Christus für uns da ist.
Sichtbar durch das ewige Licht, das hier vor jedem Altar leuchtet.
Erfahrbar in unzähligen Momenten unseres Lebens.
Denn: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Der Herr ist die Kraft meines Lebens.“
Amen.