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Das Institutionelles Schutzkonzept zur Prävention gegen körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt für den Seelsorgebereich Hofer Land ist am 19. Juli 2024 in Kraft getreten

Präventionsschutzkonzept
Datum:
Veröffentlicht: 28.7.24
Von:
Mechthild Fröh
Nach 2-jähriger Erarbeitungzeit ist das Schutzkoknzept von der "Koordinierungsstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt des Erzbistums Bamberg" genehmigt worden und in Kraft getreten.

Seit dem 19. Juli 2024 ist das Institutionelle Schutzkonzept zur Prävention gegen körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt für den Seelsorgebereich Hofer Land in Kraft. Gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, Sie über dieses Dokument zu informieren.

Warum braucht es ein Schutzkonzept?

Nach Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche hat die Deutsche Bischofskonferenz 2010 eine Rahmenordnung zur Prävention verabschiedet, die mittlerweile von allen (Erz-)Diözesen übernommen wurden. Demzufolge musste jede kirchliche Einrichtung ein Institutionelles Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und erwachsenen Schutzbefohlenen erarbeiten. Im Seelsorgebereich Hofer Land begannen wir 2022 mit der Erarbeitung.

Was ist die Grundlage des Schutzkonzepts?

Die Grundlage des Schutzkonzepts ist das christliche Menschenbild. Gott schuf den Menschen als sein Abbild, ausgestattet mit Würde, Freiheit und Selbstbestimmung. Jesu Wertschätzung gegenüber eines jeden Menschen und die bedingungslose Liebe zu ihnen ist die Grundlage unseres Glaubens. Das schließt jedwede Demütigung, Abwertung, Gewalt und Missbrauch als nicht gottgewollt aus.

Was wollen wir für den SSB Hofer Land?

Der SSB Hofer Land soll ein Ort sein, an dem Menschen reifen und aneinander lernen können, an dem sich Schutzpersonen sicher fühlen und sich ohne Angst begegnen können. Dies gilt nicht nur für Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene, sondern auch für die ehrenamtlichen, pastoralen und hauptamtlichen Mitarbeitenden und für alle Menschen, die mit der Kirche in Kontakt treten.

Mit dem Schutzkonzept wollen wir nicht Ängste schüren, eine Übersensibilisierung schaffen oder alle Menschen, die sich in unsrem SSB ehrenamtlich oder hauptamtlich arbeiten, generell als „Täterpersonen“ abstempeln. Schutzpersonen sind auf die Hilfe eines Erwachsenen angewiesen, der ihnen hilft. So geht es vielmehr um die Qualifizierung von Helfenden, um eine Kultur der Achtsamkeit und die Sensibilisierung aller für gefährliche Situationen, damit den wirklichen Tätern die Möglichkeit eines Übergriffes nicht ermöglicht wird.

Zudem haben wir uns im SSB Hofer Land dazu entschlossen, das Schutzkonzept um den Gewaltbegriff der körperlichen und seelischen Gewalt zu erweitern.

Wie kann das erreicht werden?

Im Rahmen der Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt im Erzbistum Bamberg wird eine „Kultur der Achtsamkeit“ definiert. Diese beinhaltet die eigene Haltung des respektvollen Umgangs, präventive Maßnahmen zum Schutz von Schutzpersonen und Grundlagen zur Unterstützung von Opfern und eine Aufarbeitung des Missbrauchs.

Im Sinne der „Kultur der Achtsamkeit“ werden in dem Dokument Verhaltensstandards benannt, die ein gutes Miteinander von ALLEN ermöglichen (Verhaltenskodex).

Im täglichen Miteinander kann sich jede und jeder an folgenden Impulsen orientieren:

  • Meine Sprache und Wortwahl drücken die Wertschätzung meines Gegenübers aus.
  • Ich respektiere die Meinung meines Gegenübers.
  • Ich beachte, dass jeder Mensch einzigartig ist.
  • Ich denke daran, dass sowohl mein Gegenüber als auch ich Fehler machen dürfen.
  • Ich respektiere individuellen Grenzen.

Was regelt das Schutzkonzept noch?

Hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitende sind verpflichtet, in regelmäßigen Abständen ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Zudem nehmen sie, je nach Tätigkeit, an Fortbildungen zu Präventionsthemen teil.
Das Schutzkonzept beschreibt Wege und Möglichkeiten der Beratung und Beschwerde und informiert über Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb des kirchlichen Rahmens.
Im Rahmen der Qualitätssicherung werden sich alle zwei Jahre Hauptamtliche und ehrenamtliche Gremien mit dem Schutzkonzept auseinandersetzen und über die Gültigkeit, bzw. über eine Änderung zu entscheiden.

Das Institutionelles Schutzkonzept zur Prävention gegen körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt für den Seelsorgebereich Hofer Land liegt im Verwaltungszentrum und im Pfarrzentrum Bernhard Lichtenberg aus und kann mitgenommen werden.

Haben Sie Fragen zum Schutzkonzept, dann wenden Sie sich gern an mich.

Gemeindereferentin Mechthild Fröh
Ansprechperson zur Prävention sexualisierter Gewalt des Erzbistums Bamberg für den Seelsorgebereich Hofer Land
Nailaer Str. 7, 95030 Hof

Tel. 09281-7067-14
Mail: mechthild.froeh@erzbistum-bamberg,de