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Allerheiligen und Allerseelen im Altlandkreis Naila

Allerheiligen Naila 2025
Datum:
Veröffentlicht: 3.11.25
Von:
Nicola Sandro Leroy

An den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen gedenken Gläubige der Verstorbenen, so auch im Altlandkreis Naila.

In manchen Regionen werden die Bräuche der beiden Feste vermischt, obwohl sie aber eine unterschiedliche Bedeutung haben. Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag und findet jedes Jahr am 1. November statt. An diesem Tag gedenken Katholiken aller bekannten sowie unbekannten Heiligen. Auf dieses Hochfest folgt am 2. November der Festtag Allerseelen. Im Unterschied zu Allerheiligen wird an Allerseelen der verstorbenen Verwandten, Freunden und Bekannten gedacht. Brauch ist es zu diesem Anlass unter anderem den Friedhof zu besuchen. Aus organisatorischen Gründen findet die Gräbersegnung mancherorts aber schon am Allerheiligentag statt. Viele Gräber werden mit Blumen und Kerzen geschmückt. Diese sprechen vom Leben, das Christen für ihre Toten erhoffen. Sie legen Zeugnis ab von ihrem Glauben, dass die Verstorbenen Anteil haben dürfen an der in Christus verheißenen Fülle des Lebens.

Im Altlandkreis Naila fanden an allen genannten Orten nach Gottesdiensten oder Andachten Friedhofsgänge statt, die Dekan Andreas Seliger und Gemeindereferentin Michaela Meusel gestalteten. In Schwarzenbach am Wald hielt Wortgottesdienstleiter Bernhard Kuhn in der Friedhofskapelle eine Wort- Gottes- Feier mit anschließender Gräbersegnung. Bernhard Kuhn bezog sich in seiner Ansprache auf die ersten drei Verse des Ersten Kapitels im Ersten Thessalonicherbrief , in denen sich der Apostel Paulus auf die drei christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe bezieht. "Das Kreuz auf den Gräbern unserer Lieben, als Symbol des Glaubens, ist viel mehr als der Satz: „Glauben heißt nichts wissen!  Nicht durch eigene Taten und Glanzleistungen werden wir und unsere Verstorbenen erlöst, sondern durch das Werk des Glaubens, den uns Gott schenkt", sagte Kuhn. „Wir erinnern uns an die Mühe eurer Liebe", fährt Paulus fort. Er verbindet Liebe mit Mühe. Damit sei klar, dass Liebe viel mehr ist als Verliebtsein in einen Menschen, den ich mag, folgerte der Redner. Liebe hat etwas mit Ausdauer zu tun und schlichtem Dasein. „Heute dürfen wir an die Liebe unserer Verstorbenen denken, und dafür danken!"

„Und schließlich, wir erinnern uns an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung“ schreibt Paulus. Die Hoffnung wird gerne in den Kirchen mit einem Anker dargestellt. Dieser Anker ist in Jesus Christus verankert. „Wenn wir mit ihm fest verankert sind, immer bei ihm sind, im Gebet mit ihm verbunden sind, an ihn glauben, auf  ihn hoffen und ihn lieben kann auch die Seele bei einem Schiffbruch, der so manchen Menschen heimsucht, keinen Schaden nehmen“, sagte Bernhard Kuhn „Dann können wir, wie es unsere lieben Verstorbenen uns vorgelebt haben, unser Leben zuversichtlich dem Steuermann übergeben und in das Lied mit einstimmen, dass man damals auch beim Untergang der Titanic angestimmt hat, wo es in der 3. Strophe von "Näher mein Gott zu dir" heißt: Ist dann die Nacht vorbei, leuchtet die Sonn, weih ich mich dir aufs Neu vor deinem Thron. Schließt dann mein Pilgerlauf, schwing ich mich freudig auf: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir!“

Drei Gottesdienste zelebrierte am Allerseelentag Dekan Andreas Seliger in der Stadtpfarrkirche "Verklärung Christi" in Naila. Es ist „ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Verstorbenen zu beten“, so versichert uns der heilige Franz von Sales. An Allerseelen steht dieser Gedanke im Mittelpunkt. Heilig, weil wir daran glauben, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern das Ziel. Heilsam, weil uns dieses Gebet immer auch daran erinnert, dass auch wir sterben werden – und wir dadurch bewusster leben, wesentlicher.

                                                                                                              

geschrieben von Bernhard Kuhn                                                   

                                                                                                   

Foto: Friedhofsgang in Schwarzenbach am Wald mit  Pfarrsekretär Bernhard Kuhn.