Allerheiligen – Allerseelen im ehemaligen Seelsorgebereich Naila

An den katholischen Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen gedenken Gläubige der Verstorbenen, so auch im vormaligen Seelsorgebereich Naila
In manchen Regionen werden die Bräuche der beiden Feste vermischt, obwohl sie aber eine unterschiedliche Bedeutung haben. Allerheiligen ist ein katholischer Feiertag und findet jedes Jahr am 1. November statt. An diesem Tag gedenken Katholiken aller bekannten sowie unbekannten Heiligen. Auf dieses Hochfest folgt am 2. November der Festtag Allerseelen. Im Unterschied zu Allerheiligen wird an Allerseelen der verstorbenen Verwandten, Freunden und Bekannten gedacht. Brauch ist es zu diesem Anlass unter anderem den Friedhof zu besuchen. Aus organisatorischen Gründen findet die Gräbersegnung mancherorts aber schon am Allerheiligentag statt. Viele Gräber werden mit Blumen und Kerzen geschmückt. Diese sprechen vom Leben, das Christen für ihre Toten erhoffen. Sie legen Zeugnis ab von ihrem Glauben, dass die Verstorbenen Anteil haben dürfen an der in Christus verheißenen Fülle des Lebens. Im vormaligen Seelsorgebereich Naila fanden an allen genannten Orten nach Gottesdiensten oder Andachten Friedhofsgänge statt, die Dekan Andreas Seliger und Gemeindereferentin Michaela Meusel gestalteten. In Schwarzenbach am Wald hielt Wortgottesdienstleiter Bernhard Kuhn in der Friedhofskapelle eine Wort- Gottes- Feier mit anschließender Gräbersegnung. Bernhard Kuhn bezog sich in seiner Ansprache auf ein Wort aus dem großen Requiem von Johannes Brahms: „Lehre mich Herr, dass es ein Ende mit mir hat, und dass ich dahin muss.“ Dieses Wort fängt in guter Weise die Stimmung ein, die den November-Monat und das Gedenken an die Toten erfüllt und bestimmt. Denn jeder von uns weiß, was das bedeutet sich der Wirklichkeit des Todes zu stellen durch das Sterben lieber Menschen. Eine tröstliche Antwort darauf fand der Wortgottesdienstleiter u.a. bei Joh 6,40: „Es ist der Wille meines Vaters, das keiner von denen, die er mir gegeben hat zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat". Vielleicht müssten wir lernen uns da tiefer hinein zu begeben, und aus dieser Zuversicht zu schöpfen, so der Redner. - Einen besonderen Gottesdienst für die Verstorbenen des vergangenen Jahres zelebrierte am Allerseelentag Dekan Andreas Seliger in der Stadtpfarrkirche "Verklärung Christ" in Naila. Es ist „ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Verstorbenen zu beten“, so versichert uns der heilige Franz von Sales. An Allerseelen steht dieser Gedanke im Mittelpunkt. Heilig, weil wir daran glauben, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern das Ziel. Heilsam, weil uns dieses Gebet immer auch daran erinnert, dass auch wir sterben werden – und wir dadurch bewusster leben.
