72 Jahre St. Marien Schwarzenbach am Wald

Festgottesdienst zum Kirchweihfest
Die katholische Pfarrgemeinde Schwarzenstein/ Schwarzenbach feierte Kirchweih. Dazu fand in der Marienkirche, der höchstgelegenen Kirche im Frankenwald, ein Festgottesdienst statt, den Dekan Andreas Seliger zelebrierte.
Der Gottesdienst wurde musikalisch von Heinz Hahn an der Orgel umrahmt. Festliche Klänge wie „Ein Haus voll Glorie schauet", „Zum ewgen Hohenpriester" „Großer Gott, wir loben dich" u.a. erfüllten den Kirchenraum. Die Festansprache übernahm Pfarrsekretär Bernhard Kuhn, der zwei Jahre jünger als dieses Gotteshaus, dieser seiner Taufkirche ein Leben lang treu geblieben ist, auch wenn er schon seit Jahren nicht mehr in der Pfarrgemeinde wohnt. In einer emotional, zu Herzen gehenden Ansprache, stellte er zunächst die Frage: „Wie war der Weihetag vor 72 Jahren". Er erinnerte sich aus vielen Gesprächen mit Pfarrer Rudolf Unger, der 45 Jahre Pfarrer von Schwarzenstein/ Schwarzenbach war, und den Bernhard Kuhn bis zu seinem Tod begleitete, dass die Marienkirche am Weihetag völlig eingenebelt war. Es war der letzte Sonntag im November des Jahres 1952 als der damalige Erzbischof Joseph Otto Kolb die Marienkirche, das erste katholische Gotteshaus in Schwarzenbach am Wald konsekrierte. Das Bauvorhaben sei damals nach Ausführungen von Pfarrer Unger nicht leicht gewesen, aber durch das Entgegenkommen des Erzbischöflichen Ordinariats, des Bonifatiusvereins, der Stadt Schwarzenbach und durch die Opferbereitschaft der damaligen Kuratiegemeinde, sei das Werk gelungen. „Doch die Zustimmung für den Bau eines Kirchturms war seinerzeit noch nicht so ganz abgesegnet!“, schmunzelte Kuhn. Aber wie der bei allen beliebte Schwarzensteiner Pfarrer erzählte, war das Gotteshaus am Weihetag dermaßen eingenebelt, dass der Erzbischof den Kirchturm nicht gesehen hat, so dass alles in Gottes Namen planmäßig seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Soweit der Weihetag. Aber wie steht es mit unserer Kirche 72 Jahre später? fragte der Redner weiter. Er dankte zunächst Dekan Andreas Seliger, dass ihm die beiden Kirchen St. Marien und St. Josef unter der Vielzahl der Gotteshäuser, für die er zuständig ist, besonders ans Herz gewachsen sind. „Man konnte all die Jahre spüren mit viel Herzblut er ans Werk gegangen ist, und unsere beiden Kirchen so herrlich renoviert und was noch wichtiger ist, erhalten hat. Das ist in der heutigen Zeit und Situation nicht selbstverständlich! Wir können sehr dankbar und stolz darauf sein, dass wir so wunderbare Kirchen in unserer Stadt haben.", sagte Kuhn. „Denn Menschen brauchen Orte, an denen sie sich versammeln können. Menschen brauchen Orte, an denen sie der Nähe Gottes sicher sein können, wo man sagen kann: Hier wohnt Gott. Hier ist das Allerheiligste. Hier feiern wir Gottesdienst, hier versammeln wir uns zu Andacht und Gebet. Hier kann jeder und jede auch ganz persönlich still werden, sich sammeln, beten, sich Gott anvertrauen, verweilen in seiner Gegenwart". Leider hat sich in den 72 Jahren auch sehr viel verändert. Aus einst vollen Gotteshäusern wurden immer mehr Leere, bedauerte der Redner. Er zitierte Papst Benedikt XVI. der einmal gesagt hat, dass wir nicht eine von uns erdachte andere Kirche bauchen. Was notwendig ist, sei vielmehr die Erneuerung des Glaubens an die reale Gegenwart des Herrn, die Kirche von innen her wieder aufzubauen und sie zu erneuern, eine Kirche aus lebendigen Steinen. „Wir alle, die auf den Namen unseres Herrn getauft sind, haben die Gabe weiterzugeben, was wir selbst empfangen haben, fuhr Kuhn fort, und dann wird die Gabe auch zur Aufgabe, nämlich den Menschen zu dienen, die ganz unten sind, den Geplagten und Abgeschriebenen, den Kranken, Hilflosen und Alleingelassenen. Und das sei unser aller Aufgabe, nicht nur die der Priester. „Zeigen wir dem Christkönig, dessen Fest wir heute feiern, täglich unsere Dankbarkeit, schenken wir ihm einen festen Platz in unserem Herzen und sagen wir ihm doch wenn wir uns mit Weihwasser bekreuzigen, bevor wir zu Bett gehen: Lieber Heiland, ich hab dich lieb. Danke für alles !
Dann hat der Segen und die Gnade Gottes, die von dieser unserer Marienkirche ausgeht, auch unser tiefstes Inneres erreicht, und wir können mit großer Inbrunst in das Lied mit einstimmen:
„Wohl tobet um die Mauern der Sturm in wilder Wut. Das Haus wird’s überdauern, auf festem Grund es ruht. Gott wir loben dich. Gott wir preisen dich. O lass im Hause dein uns all geborgen sein!“ so der Redner abschließend. Mit einem feierlichen „Te Deum- Großer Gott wir loben dich“ wurde der Festgottesdienst beendet.
